Queichwiesenbewässerung ist Immaterielles Kulturerbe der Menschheit

30. April 2024 , 11:08 Uhr

Ottersheim (pm/tk) – Seit Jahrhunderten sorgt ein ausgeklügeltes System aus Wassergräben und Stauwehren für genau richtige Bewässerung der Queichwiesen. Jetzt ist dieses lebendige Erbe unserer Region von der UNESCO zum Immateriellen Kulturerbe ernannt worden.

Bewässerung seit 500 Jahren

Im Rahmen eines Festaktes in der Ottersheimer Oldtimerscheune wurde die Queichwiesen-Bewässerung zwischen Landau und Germersheim offiziell in die internationale Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen. Bereits vor 500 Jahren haben die Menschen dieses ausgeklügelte Bewässerungs- und Stau-System aus Gräben und Wehren entwickelt. „Heute steht die Queichwiesenbewässerung für eine rentable landwirtschaftliche Nutzung, den Erhalt eines äußerst artenreichen Lebensraums, für Klimaschutz, da die Wiesenböden besonders viel Kohlendioxid speichern, für die Speicherung von Wasser und letztlich für eine attraktive Naturlandschaft“, so Landrat Dr. Fritz Brechtel (Landkreis Germersheim) in seinem Grußwort im Rahmen der feierlichen Verleihung der Urkunde an die Interessensgemeinschaft (IG) Queichwiesen.

Gut für das Klima

Die Queichwiesen sind Bestandteil eines europaweiten Netzwerkes, das zum Ziel hat, die Wiesenbewässerung zu erhalten und, sofern möglich, zu reaktivieren, um am Ende ebenfalls als Immaterielles Kulturerbe anerkannt zu werden. In der Südpfalz kümmert sich die Interessengemeinschaft Queichwiesen unter der Federführung der Gemeinde Ottersheim um das Thema. Seit 1996 kommen Menschen, die in der Landwirtschaft tätig oder im Naturschutz engagiert sind sowie Vertretungen der Kommunen, in denen Wiesenbewässerung aktiv betrieben wird, zusammen, um sich für den Erhalt der Wiesen durch Nutzung und für die Fortsetzung der Bewässerung einzusetzen. Verantwortlich für die Bewässerung sind jeweils die Gemeinden entlang der Queich.

Hilft gegen Dürresommer

„Nach mehreren zu trockenen Jahren, sinkenden Grundwasserständen und massiven Schäden im Wald sind wir in der Südpfalz intensiv auf der Suche nach Möglichkeiten, wie man das Wasser, das im Winter reichlich die Queich hinabfließt, besser im Boden speichern und damit einen Puffer für trockene Zeiten bilden kann. Die alte Kulturtechnik der traditionellen Bewässerung leistet dabei einen entscheidenden Beitrag zur Lösung wichtiger Zukunftsaufgaben“, so die Landräte Seefeldt und Brechtel abschließend.

Anzeige
Bewässerung immaterielles Kulturerbe Ottersheim Queichwiesen UNESCO

Das könnte Dich auch interessieren

10.09.2026 Fast 70 km/h: 13-Jähriger in Edenkoben mit frisiertem E-Scooter unterwegs Edenkoben (pol/dk) - Ein 13-Jähriger ist in Edenkoben mit einem offenbar stark manipulierten E-Scooter aufgefallen. Das Fahrzeug konnte nach Angaben der Polizei mehr als 68 km/h erreichen. Die Beamten stellten den Scooter sicher und kündigen nun verstärkte Kontrollen an. 12.08.2026 Weinlese startet ungewöhnlich früh: Erster Federweißer kommt schon Ende der Woche Region (dpa/dk) - Die Federweißer-Saison beginnt in diesem Jahr besonders früh: In der Pfalz und in Baden haben Winzer bereits mit der Weinlese begonnen. Die ersten Trauben sind außergewöhnlich süß – und schon Ende der Woche soll der erste Federweiße auf den Markt kommen. 10.07.2026 Geplatzter Schlauch setzt A65 bei Deidesheim unter Wasser Deidesheim (pol/tk) – Die Region ächzt unter Hitze und Trockenheiz, aber auf der Autobahn herrscht Aquaplaning-Gefahr? Bei Deidesheim war eine Bewässerungsanlage defekt. Schlauch geplatzt Der geplatzte Schlauch einer landwirtschaftlichen Bewässerungsanlage hat am frühen Freitagmorgen, gegen 04:48 Uhr, zu einem Polizeieinsatz auf der A65 geführt. Die Gefahrenstelle befand sich an der Anschlussstelle Deidesheim, kurz vor dem 06.07.2026 Handyverbot bis Klasse 10? RLP-Ministerin plant neue Regeln an Schulen Rheinland-Pfalz (dpa/dk) - Fußball statt TikTok in der Pause: In Rheinland-Pfalz soll die private Handynutzung an Schulen künftig deutlich stärker eingeschränkt werden. Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig will dazu verbindliche Regeln vorlegen. Die Schülervertretung warnt allerdings vor pauschalen Verboten.