Kriminalstatistik 2025

Polizeipräsidium Karlsruhe registriert die wenigsten Straftaten seit 20 Jahren

20. Februar 2026 , 10:38 Uhr

Karlsruhe (pol/tk) – Im Jahr 2025 hat das Polizeipräsidium Karlsruhe insgesamt 38.643 Straftaten registriert – das sind 3.755 Fälle weniger als im Vorjahr – die niedrigste Zahl der letzten 20 Jahre. Damit ist die Kriminalität im Stadt- und Landkreis Karlsruhe um 8,9 Prozent gesunken.

Weniger Fälle – aber auch weniger Aufklärung

Im Landesvergleich liegt der Rückgang über dem Durchschnitt von Baden-Württemberg von minus 6,1 Prozent. Karlsruhe bleibt damit landesweit auf Platz 9 unter den 13 Polizeipräsidien. Die Aufklärungsquote sank leicht auf 59,3 Prozent (Vorjahr: 59,7 Prozent) und liegt damit etwas unter dem Landeswert von 62,5 Prozent. „Die vorliegenden Zahlen bestätigen die professionelle Arbeit unserer Beamtinnen und Beamten. Zur Sicherheit gehören jedoch nicht nur statistische Erfolge, sondern auch das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung.“, betont Polizeipräsidentin Caren Denner.

Diebstahl bleibt Spitzenreiter – wenn auch spürbar rückläufig

Mit 12.879 Fällen ging die Zahl der Diebstahlsdelikte zwar erneut nach unten, macht jedoch wieder den größten Anteil an der Gesamtkriminalität aus – trotz eines Rückgangs um 1.580 Fälle. Die Aufklärungsquote lag mit 31,7 Prozent leicht über dem Vorjahreswert (31,4 Prozent).

Körperverletzungsdelikte bleiben auf hohem Niveau

Die Zahl der Körperverletzungsdelikte sank im Vergleich zum Vorjahr von insgesamt 3.966 auf 3.710 leicht, bleibt jedoch weiterhin auf einem hohen Niveau. Die Anzahl der einfachen Körperverletzungen ging auf 2.607 (Rückgang um 6,7%), gefährliche und schwere Körperverletzungen um 10,2 Prozent auf 903 zurück.

„Wir beobachten, dass die Hemmschwelle für Gewalt weiterhin sinkt. Der leichte Rückgang ist zwar eine erfreuliche Tendenz, jedoch in keinem Fall Anlass für eine Reduktion polizeilicher Maßnahmen.“, erklärt Leitender Polizeidirektor Dr. Gustav Zoller. „Repressive Maßnahmen der Polizei allein reichen nicht aus, um dieser Entwicklung wirksam entgegenzutreten. Dafür braucht es ein breit angelegtes, gemeinschaftliches Engagement, das Schulen, Vereine, soziale Einrichtungen und die breite Zivilgesellschaft einschließt.“

Messerkriminalität

Die Zahl an Straftaten mit Messerbeteiligung bleibt weiter hoch: 189 Fälle wurden 2025 im öffentlichen Raum registriert, im Vorjahr lag die Zahl bei 190.

Mehr Wohnungseinbrüche – aber viele bleiben im Versuchsstadium

Wie bereits im Vorjahr steigt die Zahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle um etwa 11 Prozent weiter an. Das stellt den höchsten Wert seit 2017 dar. In rund der Hälfte der Fälle blieb es jedoch beim Versuch. Häufig hebelten die Täter Fenster oder Türen auf – meist organisiert vorgehend, in vielen Fällen bandenmäßig agierend aus dem ost- oder südosteuropäischen Raum. „Der Einsatz von Sicherungstechnik, umfassende Beratung, regelmäßige Kontrollen und die enge Zusammenarbeit mit den Anwohnern haben sich als wirksam erwiesen.“, erklärt Leitender Kriminaldirektor Detlef Erny.

Betrügerische Anrufe rückläufig

Die Zahl betrügerischer Anrufstraftaten wie „Enkeltrick“, „Schockanruf“ oder „angeblicher Polizeibeamter“ ging 2025 erneut zurück. Es wurden 51 Inlandsstraftaten registriert, von denen 19 vollendet wurden – zehn davon konnten aufgeklärt werden. Der entstandene Vermögensschaden stieg hingegen deutlich, um knapp 600.000 Euro im Vergleich zum Vorjahr, auf etwa 1,1 Millionen Euro. „Die Tätergruppierungen agieren in Teilen hochprofessionell aus dem Ausland, was uns die Ermittlungsarbeit deutlich erschwert. Wir müssen und werden hier wachsam bleiben und insbesondere in der Präventionsarbeit aktiv sein, um potentielle Opfer bestmöglich zu schützen und vor finanziellem Schaden zu bewahren“, so Erny.

Sexualdelikte – Rückgang bei digitaler Verbreitung

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung gingen um etwa 4 Prozent auf insgesamt 946 Fälle zurück. Der bereits im Vorjahr verzeichnete Rückgang bei der Verbreitung pornografischer Schriften setzte sich auch 2025 fort (um etwa fünf Prozent). Die Zahl der Sexualdelikte im öffentlichen Raum sank ebenfalls um 27 auf nun 368 Fälle. Von 120 angezeigten Vergewaltigungen fanden 24 im öffentlichen Raum statt.

Straftaten gegen das Leben sinken spürbar

2025 wurden im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Karlsruhe 27 Straftaten gegen das Leben registriert – das sind neun Fälle weniger als im Vorjahr. 22 davon blieben im Versuchsstadium. Häufig handelt es sich um innerfamiliäre oder partnerschaftliche Tatkonstellationen.

Rauschgiftkriminalität sinkt weiter

Die seit April 2024 geltende Teillegalisierung von Cannabis wirkte sich auch 2025 spürbar auf die Statistik aus: Die Zahl der Rauschgiftdelikte sank erneut um etwa 14 Prozent und verzeichnete somit zum fünften Mal in Folge einen Rückgang. Es wurden wie auch im Vorjahr elf drogenbedingte Todesfälle registriert.

Gewalt gegen Polizisten leicht gesunken

Die Zahl der Angriffe auf Polizeibeamtinnen und -beamte sank leicht um 3,5 Prozent auf 411 Fälle. 201 Beamtinnen und Beamte erlitten leichte, zwei Polizeibeamte schwere Verletzungen. Die Angriffe ereigneten sich nicht nur bei Zwangsmaßnahmen, sondern zunehmend auch bei alltäglichen Einsätzen wie Verkehrskontrollen oder bei häuslichen Streitigkeiten. „Diese Tendenz bereitet mir große Sorge. Wenn Einsatzkräfte angegriffen werden, bedeutet dies letztlich einen Angriff auf Menschen, die für Sicherheit in unserer Gesellschaft sorgen – dies ist absolut inakzeptabel“, sagt Polizeipräsidentin Denner.

Partnergewalt sinkt leicht

Die Zahl der registrierten Fälle häuslicher Gewalt – polizeilich als Partnergewalt definiert – sank um 8,3 Prozent auf nun 1.087 Fälle. Acht von zehn Opfern waren weiblich und die Fallzahlen im Stadt- und Landkreis sind hierbei nahezu gleichmäßig aufgeteilt (531 Stadtkreis, 556 Landkreis Karlsruhe).

Cyberkriminalität – Täter werden jünger

Die Cyberkriminalität sank erneut minimal um 1,2 Prozent. Rund ein Viertel aller Tatverdächtigen waren jünger als 21 Jahre, drei Viertel waren männlich. Neben Betrugsstraftaten und Verbreiten pornografischer Schriften nehmen Beleidigungs- und Bedrohungsstraftaten im digitalen Raum zu.

Fazit: Positive Entwicklung – aber kein Anlass zum Zurücklehnen

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