Polizei nimmt Autoposer und Tuner an Karfreitag wieder ins Visier

02. April 2026 , 11:43 Uhr

Baden-Württemberg (pm/dk) – Zum Start in die Motorrad- und Tuning-Saison setzt die Polizei in Baden-Württemberg erneut auf verstärkte Kontrollen. Im Fokus stehen an Karfreitag wieder die Poser-, Tuning- und illegalen Rennszenen. Die landesweiten Maßnahmen sind Teil einer bundesweiten Kontrollaktion.

Karfreitag gilt als Szene-Termin

Nach Angaben des Innenministeriums hat sich der Karfreitag in der Tuning- und Poserszene als fester Saisonstart etabliert. Baden-Württemberg beteiligt sich deshalb bereits zum fünften Mal an der groß angelegten Aktion gemeinsam mit den Polizeien anderer Länder.

Innenminister Thomas Strobl erklärt dazu: „In der Tuning- und Poserszene hat sich der Karfreitag als unseliger Saisonstart etabliert. Daher machen wir gleich zu Beginn der Motorrad- und Tuning-Saison klar: Rücksichtsloses Imponiergehabe und illegale technische Manipulationen haben bei uns keine Fahrerlaubnis. Wir erhöhen ab sofort die Schlagzahl unserer Kontrollen auf den Straßen und bremsen ohren-betäubendes und auch gefährliches Verhalten im Straßenverkehr aus“.

Mehr als 1.500 Fahrzeuge im vergangenen Jahr kontrolliert

Die Kontrollaktionen haben sich laut Polizei in den vergangenen Jahren bewährt. In Baden-Württemberg wurden bei den Einsätzen mit jeweils rund 365 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten landesweit 1.565 Fahrzeuge im Jahr 2025 kontrolliert. 2024 waren es 1.350, 2023 insgesamt 1.261 und 2022 noch 1.249 Fahrzeuge.

Dabei wurden in jedem Jahr mehr als 350 Verstöße festgestellt.

Ganzjährige Kontrollen im Land

Nicht nur an Karfreitag, sondern das ganze Jahr über geht die Polizei Baden-Württemberg nach eigenen Angaben gegen illegale Poser-, Tuner- und Eventszenen vor. Unterstützt wird das durch spezialisierte Kräfte eines Kompetenzteams, das bereits 2021 eingerichtet wurde.

Im Jahr 2025 wurden bei zahlreichen Schwerpunktkontrollen mehr als 19.000 Fahrzeuge kontrolliert. Dabei stellte die Polizei 8.790 Verstöße fest und zog 1.412 Fahrzeuge aus dem Verkehr.

Innenminister verweist auf schwere Unfälle

Thomas Strobl verwies zum Auftakt der Kontrollen auch auf schwere Unfälle in den vergangenen Jahren. Er erklärte: „Ereignisse wie der tödliche Raser-Unfall in Ludwigsburg 2025 oder der Heilbronner Raser-Unfall 2023 verdeutlichen die Notwendigkeit von konsequentem Handeln gegen illegale Autorennen, Posing und illegales Fahrzeugtuning. Die Vorfälle zeigen, dass die Jagd nach Geschwindigkeit und Aufmerksamkeit auf öffentlichen Straßen tödliche Folgen für Unbeteiligte haben kann. Hierzu habe ich mich erst kürzlich klar positioniert: lebenslänglich für lebensgefährlich. Wer wiederholt und uneinsichtig herumrast und sich Rennen liefert, dem muss die Fahrerlaubnis lebenslänglich entzogen werden. Und wir knüpfen gleich zu Beginn des Jahres nahtlos an unsere konsequente Linie an: Unsere Straßen sind keine Bühne für Selbstdarsteller. Illegales Tuning und rücksichtsloses Posing haben auf Baden-Württembergs Straßen keinen Platz“.

Ziel ist mehr Verkehrssicherheit

Die Polizei will mit den Kontrollen vor allem die Verkehrssicherheit erhöhen. Im Blick stehen dabei sowohl lokale Posergruppen als auch illegale Tuning- und Rennszenen im ganzen Land und bundesweit.

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