Pilzsaison beginnt - Pfifferlinge und Steinpilze wachsen

05. August 2023 , 06:00 Uhr

Badenweiler (dpa/lsw) – Nahezu überall im Südwesten hat es in den vergangenen Tagen ordentlich geregnet. Zusammen mit den einigermaßen warmen Temperaturen eine gute Grundlage für das Wachstum von Speisepilzen. Viele können schon gesammelt werden.

Pilze kommen empor

Die Bedingungen etwa für Sommersteinpilze, Pfifferlinge und Hexenröhrlinge seien in diesen Tagen sehr gut, sagte die Pilzsachverständige Nadja Frotscher von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie im südbadischen Badenweiler. Aus vielen Ecken des Landes habe die Expertin zuletzt Meldungen zu Entdeckungen dieser Pilze erhalten. Besonders hoch ist die Wahrscheinlichkeit für den Fund von Steinpilzen und Pfifferlingen unter Bäumen und auf sauren Böden – also beispielsweise dort, wo Heidelbeeren oder Sauerklee wachsen, wie Frotscher erklärte.

Vorsicht vor Giftpilzen

Die guten Wachstumsbedingungen für Speisepilze treiben auch giftige Pilze aus dem Boden. Besonders achtgeben sollten Pilzsammler der Expertin zufolge vor dem Grünen Knollenblätterpilz und dem Pantherpilz. Beide seien bei Verzehr potenziell tödlich. Vor allem unerfahrenen Pilzsuchern rät die Pilzfachfrau, bekannte von unbekannten Sorten in unterschiedlichen Körben getrennt zu sammeln. Zudem sei es sinnvoll, die Pilze aus dem Boden herauszudrehen, statt sie abzuschneiden. Denn viele Pilze ließen sich nur bestimmen, wenn der gesamte Stiel intakt sei. Wer sich bei seinen Funden unsicher ist, kann seine Pilze von Pilzsachverständige der Deutschen Gesellschaft für Mykologie begutachten lassen. Auf der Internetseite des Vereins finden sich Kontaktdaten von Expertinnen und Experten bundesweit.

Pilze immer garen

Wer sich in den nächsten Tagen zum Pilzesammeln in den Wald aufmacht, sollte luftige Körbchen mitnehmen und die Funde darin transportieren, wie Frotscher empfahl. In Plastiktüten oder Brotdosen verkämen Pilze dagegen schnell. Gesammelte Pilze sollten vor dem Essen in jedem Fall für 15 Minuten bei mindestens 60 Grad erhitzt werden, rät Frotscher. Denn es gebe viele Speisepilze, die erst durch das Kochen genießbar werden. Dazu zählten der Parasol (Gemeiner Riesenschirmling) sowie der Austernseitling.

Dem Naturschutzbund zufolge gibt es in Baden-Württemberg rund 3000 unterschiedliche Großpilze, etwa 150 davon sind Speisepilze und ungefähr 150 sind giftig. Zehn dieser Arten sind sogar tödlich giftig. Den Angaben nach sind 90 Prozent der tödlichen Pilzvergiftungen auf den Grünen Knollenblätterpilz und dessen weißhütige Variante zurückzuführen. Sie würden immer wieder mit Champignons verwechselt.

 

 

Anzeige
Deutsche Gesellschaft für Mykologie Pilze Sammeln

Das könnte Dich auch interessieren

01.10.2026 Vorsicht bei Pilzen: So erkennt Ihr gefährliche Doppelgänger Baden-Württemberg (dpa/tk) - Viele zieht es jetzt im Herbst zum Pilzesammeln in den Wald. In jeder Saison gibt es aber auch unzählige Pilzvergiftungen, wie der BUND warnt. Denn viele Speisepilze haben ungenießbare oder sogar giftige Doppelgänger, die ihnen zum Verwechseln ähnlich sehen. Was ihr wissen müsst, damit ihr nicht danebengreift: 20.10.2025 Pilzberatung am Naturkundemuseum Karlsruhe Karlsruhe (pm/tk) - Jetzt im (Fast-)Herbst sprießen sie wieder in den Wäldern: Pilze! Delikatessen wie Pfifferlinge oder Steinpilze - aber natürlich auch giftige Exemplare. Damit Pilzsammler keine bösen Überraschungen erleben, bietet das Naturkundemuseum Karlsruhe wieder Pilzberatungen an. 01.10.2026 Was ihr zum Start des neuen Tankrabatts wissen müsst München/Berlin (dpa/tk) - Seit Mitternacht gilt der zweite Tankrabatt in diesem Jahr. Die Bundesregierung senkt die Steuern auf Benzin und Diesel und hofft, damit Millionen Autofahrer zu entlasten. 16,7 Cent pro Liter beträgt der Steuerrabatt. Doch kommt die Steuersenkung an der Zapfsäule an? Und wann ist die beste Zeit zum Tanken? 01.10.2026 Nach Wohnungsbrand in Neureut: Familie sucht dringend ein neues Zuhause Karlsruhe (dk) - Ein Brand hat das Leben einer Familie aus Karlsruhe-Neureut innerhalb weniger Minuten verändert. Zwar konnten sich alle aus dem Haus retten, doch große Teile des Gebäudes sind durch Feuer und Ruß unbewohnbar geworden. Jetzt sucht Verena gemeinsam mit ihrer Familie dringend eine neue Wohnung oder ein Haus – und bittet um Hilfe.