Pforzheimer Stellenanzeige polarisiert deutschlandweit – Unternehmer wird sogar bedroht

19. Februar 2025 , 10:36 Uhr

Pforzheim (dk) – Die Stellenanzeige eines Pforzheimer Unternehmers sorgt aktuell für Diskussionen in ganz Deutschland. Die Anzeige, die in der Pforzheimer Zeitung veröffentlicht wurde, enthält humorvolle, aber auch polarisierende Formulierungen. Der Unternehmer verteidigt die Wortwahl als bewusst provokant – und das mit Erfolg: Die Resonanz auf die Anzeige ist riesig.

Humorvoll, aber mit klaren Anforderungen

In der Stellenanzeige sucht das Unternehmen einen „Produktmitarbeiter im Lebensmittelbereich“ als Minijobber. Neben den üblichen Aufgaben wie Verpacken, Etikettieren und Versand enthält die Anzeige eine Reihe ungewöhnlicher Anforderungen. So heißt es unter anderem, dass Bewerber „ein besseres Erinnerungsvermögen als Olaf Scholz“ und „besseres Deutsch als Annalena Baerbock“ haben sollten. Außerdem werden grundlegende Hygienestandards und Pünktlichkeit betont. Der letzte Satz lautet: „Sie haben kein Problem damit, dass eine Frau Ihr Chef ist.“

Flut an Bewerbungen – und jede Menge Aufmerksamkeit

„Wir haben die Anzeige bewusst so formuliert, um in kurzer Zeit viele Menschen zu erreichen“, erklärt der Unternehmenschef, der anonym bleiben möchte. Die Strategie ging auf: „Wir hatten eine Flut von Bewerbern. An manchen Tagen kamen 30 Bewerbungen rein, dazu noch unzählige Anrufe und E-Mails von Menschen, die sich für die Anzeige bedankt haben.“ Die Reaktionen seien überwältigend gewesen – in allen Altersklassen. Ein 75-jähriger Bewerber schrieb ihm sogar, dass er schon lange nicht mehr so herzhaft gelacht habe.

Was steckt hinter den Formulierungen?

Der Pforzheimer stellt klar, dass die Anzeige keinesfalls abwertend oder politisch motiviert sei. Vielmehr wollte er wichtige Eigenschaften für die ausgeschriebene Stelle hervorheben. „Die Mitarbeiter müssen sich die Regeln merken und miteinander kommunizieren können – deswegen war es uns wichtig, das auf eine humorvolle Weise hervorzuheben.“

Besonders das Thema „eine Frau als Chef“ sei bewusst aufgenommen worden. „Wir haben Mitarbeiter aus verschiedenen Kulturen, und manche tun sich schwer damit, eine weibliche Führungskraft zu akzeptieren. Wir wollen von Anfang an klarmachen, dass wir so etwas nicht dulden“, erklärt er.

Kritik von einigen Seiten – aber überwiegend positives Feedback

Während die Anzeige deutschlandweit für Lacher und Zuspruch sorgte, gab es auch kritische Stimmen. Inzwischen geht es sogar so weit, dass der Unternehmer und seine Familie wegen der Anzeige bedroht werden. Mit solchen Reaktionen hat der Initiator nicht gerechnet. Die Anzeige sei bewusst überspitzt formuliert, angreifen wolle er damit aber niemanden. Er betont: „Wir haben Mitarbeiter aus den unterschiedlichsten Ländern und Religionen. Unsere Firmenphilosophie ist ganz klar: Jeder ist willkommen, solange er sich an grundlegende Werte wie Ehrlichkeit, Pünktlichkeit und Respekt hält.“

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