Pforzheim: OB Boch ruft Klingel-Taskforce zusammen

01. September 2023 , 09:22 Uhr

Pforzheim (pm/dk) –  Das vollständige Aus für den Versandhändler Klingel hat in der letzten Woche Pforzheim und die Region geschockt. 1600 Mitarbeiter stehen nun vor der Ungewissheit. Aus diesem Grund hat Oberbürgermeister Peter Boch nun eine Taskforce ins Leben gerufen.

Jetzt müssen die Weichen gestellt werden

Oberbürgermeister Peter Boch hat am heutigen Donnerstag die Klingel-Taskforce im Neuen Rathaus zusammengebracht, um die brennendsten Themen im Zusammenhang mit der Unternehmensauflösung zu besprechen und aktuelle Zwischenstände der Taskforce-Mitglieder abzurufen. „Jetzt gilt es, ganz schnell die richtigen Weichen zu stellen“, so der OB. Die wesentlichen Akteure – Agentur für Arbeit, Industrie- und Handelskammer, Wirtschaftsförderung, das Sozialdezernat mit Jobcenter, das Bau- und Planungsdezernat sowie das Personal- und Hauptamt der Stadt – seien daher auf seine Einladung hin zusammengekommen und erste themenspezifische Unterarbeitsgruppen gebildet worden. „Die Klingel-Schließung ist eine Herausforderung mit übergreifenden Folgen für die Stadt und die Region. Ich möchte daher, dass alle Themen auch übergreifend in der Taskforce behandelt werden“, gibt der OB die Linie vor. Nun sollen die wichtigsten Punkte in einem Maßnahmenkatalog zusammengeführt und anschließend der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Schnellstmögliche Vermittlung in neue Arbeitsplätze im Fokus

Sehr erfreut zeigt sich der Oberbürgermeister über das große Interesse von Unternehmen, qualifizierte Fachkräfte der Klingel-Gruppe für sich zu gewinnen. „Das zeigt: Fachkräfte werden allerorten händeringend gesucht, die Chancen viele Beschäftigte wieder in Arbeit zu bekommen, sind ausgesprochen gut.“ Jetzt geht es vor allem darum, diese Informationen, die auf verschiedensten Wegen und auch außerhalb der Agentur für Arbeit eingehen, zu bündeln und die entsprechenden Kontakte weiterzugeben.

Schnelle Reaktion der Agentur für Arbeit

Die Agentur für Arbeit hat bereits unglaublich schnell reagiert und Beratungsstellen direkt an den verschiedenen Klingel-Standorten eingerichtet. „Wir haben bereits Informationsveranstaltungen an allen drei Standorten von Klingel durchgeführt, damit die Beschäftigten konkret wissen, welche Unterstützungsangebote wir für sie auf den Weg gebracht haben“, hebt die Chefin der Agentur für Arbeit, Martina Lehmann, hervor. „Wie wir den Zugang zum Arbeitslosengeld für sie organisiert haben, war genauso Inhalt wie ein Überblick über unsere vielfältigen Vermittlungs- und Beratungsangebote“, so Lehmann weiter. Im nächsten Schritt werde man Vermittlungsbüros der Agentur für Arbeit an den drei Klingel-Standorten einrichten und dort auch zielgerichtete, kleinere Arbeitgebermessen durchführen. Im Rahmen der Taskforce wurde über ergänzende Ideen und Veranstaltungsformate diskutiert, die nun weiter konkretisiert und mit den Angeboten der Agentur verzahnt werden sollen.

Wie geht es mit den Gebäuden weiter

Klingel hat die Stadt aber nicht nur als großer Arbeitgeber geprägt, sondern auch durch teilweise große Betriebsflächen in verschiedenen Stadtteilen. „Da das Angebot an aktuell verfügbaren Gewerbeflächen in Pforzheim bekanntlich begrenzt ist, gibt es erfreulicherweise bereits erste Anfragen von Unternehmen sowie von Akteuren der Immobilienwirtschaft“, hebt der OB hervor. Die Fäden laufen bei diesem Thema beim Eigenbetrieb Wirtschaft und Stadtmarketing zusammen. „Wichtig ist uns eine Nachnutzung in zukunftsorientierten Branchen und mit langfristiger Perspektive“, ergänzt WSP-Direktor Oliver Reitz.

OB schlägt regionalen Zusammenschluss vor

„Um die 1.000 Klingel-Beschäftige, die nun ihren Arbeitsplatz verlieren, kommen aus Pforzheim oder dem Enzkreis“, so der Rathauschef. Auch andere Kreise seien betroffen. „Die Klingel-Auflösung betrifft also nicht nur uns als Stadt, wir müssen sie als regionale Herausforderung begreifen und sie auch deshalb in der Region gemeinsam angehen.“ Die Terminfindung mit externen Akteuren wie dem Enzkreis oder der WFG Nordschwarzwald läuft. Hierzu hat sich auch bereits Landrat Bastian Rosenau mit dem OB in Verbindung gesetzt.

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