Heidelberg/Karlsruhe (dpa/tk) – Er spielte Mädchen vor, er sei Jugendlicher, und brachte sie dazu, ihm pornografische Bilder von sich selbst zu schicken. Nun muss ein 33-Jähriger hinter Gitter.
Ein Mann aus der Nähe von Heidelberg hat über das Internet mehr als 20 Mädchen sexuell missbraucht und ist dafür zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Das Landgericht Heidelberg sah es als erwiesen an, dass der Mann die Opfer im Alter von acht bis 13 Jahren dazu gebracht hatte, ihm von sich selbst angefertigte pornografische Inhalte zu schicken. Die Mädchen kommen aus ganz Deutschland, wie eine Sprecherin des Gerichts sagte.
Laut Gericht kontaktierte der Mann zwischen 2023 und 2025 zahlreiche Mädchen über die Messenger-Dienste Whatsapp und Snapchat. Dabei habe er den Mädchen vorgespielt, er sei Jugendlicher oder Heranwachsender. Dann habe er die Mädchen dazu aufgefordert, ihm von sich selbst erstellte pornografische Inhalte zuzuschicken.
Der Mann habe auch von sich erstellte pornografische Inhalte an die Mädchen geschickt, vor allem Videos, wie das Landgericht mitteilte. Schließlich hätten 21 Mädchen dem heute 33-Jährigen von sich selbst angefertigte kinderpornografische Fotos und Videos übersandt. In einem weiteren Fall sei es beim Versuch geblieben.
Die Ermittler kamen dem Mann laut Gericht auf die Spur, nachdem Eltern eines Opfers Anzeige erstattet hatten. Er wurde laut einer früheren Mitteilung im vergangenen November festgenommen und saß seither in Untersuchungshaft. Das Cybercrime-Zentrum Baden-Württemberg in Karlsruhe hatte den Mann angeklagt.
Mit dem Urteil blieb das Landgericht Heidelberg deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die sich für eine Haftstrafe von vier Jahren und zehn Monaten ausgesprochen hatte. Die Verteidigung hatte auf eine Haftstrafe von maximal drei Jahren und sechs Monaten plädiert, wie die Gerichtssprecherin sagte.