Mehr Wein aus dem eigenen Land

Özdemir wirbt für Wein aus Baden-Württemberg: „Mehr einheimischen Wein trinken“

30. Juni 2026 , 21:14 Uhr

Südwesten (dpa/svs) – Weinberge gehören zu Baden-Württemberg wie Schwarzwald, Rhein und Neckar. Doch immer mehr Rebflächen verschwinden. Ministerpräsident Cem Özdemir wirbt deshalb dafür, öfter zu Wein aus Baden und Württemberg zu greifen. Dabei gehe es ihm nicht darum, dass Menschen insgesamt mehr Alkohol trinken.

Mehr Wein aus dem eigenen Land

Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir ruft dazu auf, mehr heimischen Wein zu trinken. Dabei gehe es ihm nicht darum, dass Menschen insgesamt mehr Alkohol trinken.

„Aber ich werbe dafür, dass wir mehr einheimischen Wein trinken“, sagte Özdemir in Stuttgart.

Es gebe exzellenten Wein aus Baden und Württemberg. Wenn der Anteil heimischer Weine im Glas wachse, sei den Winzerinnen und Winzern und dem Erhalt der Kulturlandschaft schon viel geholfen.

Weinbau prägt Landschaft und Tourismus

Özdemir warnte davor, dass der Rückzug des Weinbaus weit mehr gefährde als nur ein Produkt. „Unsere Kulturlandschaft ist ohne Weinbau schlicht nicht vorstellbar“, sagte der Ministerpräsident.

Viele Menschen wüssten gar nicht, was im Land alles wegbreche, wenn der Weinbau weiter zurückgehe. Özdemir sagte weiter: „Mit jedem Wein, mit jeder Winzergenossenschaft, die wir verlieren, geht ein Teil Weinkultur und ein Teil Kulturlandschaft möglicherweise unwiederbringlich verloren.“

Auch für den Tourismus im ländlichen Raum sieht er ein Problem, wenn Landschaften brachliegen. „Wer will schon Urlaub machen in einer brachliegenden Landschaft?“, sagte Özdemir. Den Kauf heimischen Weins bezeichnete er auch als einen „Akt des Patriotismus“.

Auch Agrarministerin Gentges appelliert

Unterstützung kommt von Baden-Württembergs Agrarministerin Marion Gentges. Sie machte deutlich, dass der Erhalt des Weinbaus auch vom Absatz abhängt. „Wenn man den Weinbau im Land erhalten will, dann geht das nicht, ohne dass der Wein auch einen entsprechenden Absatz findet“, sagte Gentges.

Rebflächen gehen weiter zurück

Die Lage für die Winzerinnen und Winzer in Baden-Württemberg bleibt angespannt. Laut Statistik sank die Anbaufläche im Jahr 2025 um drei Prozent auf 25.822 Hektar. Nach Angaben des Statistischen Landesamts werden Flächen häufig nicht mehr bewirtschaftet, weil sich der Anbau finanziell nicht mehr lohnt.

Weinkonsum geht europaweit zurück

Auch die allgemeine Marktlage im Weinsektor ist schwierig. Der Weinkonsum geht europaweit zurück. Als Ursachen gelten unter anderem Inflation, eine alternde Gesellschaft, veränderte Konsumgewohnheiten und ein stärkerer Blick der Verbraucherinnen und Verbraucher auf den Preis. Laut Ministerium übersteigt das aktuelle Angebot an Rebflächen deutlich die Nachfrage.

Diese Rebsorten sind besonders wichtig

In Baden ist der Blaue Spätburgunder die am häufigsten angebaute rote Rebsorte. Bei den weißen Sorten liegen Ruländer und Müller-Thurgau vorne. In Württemberg dominieren weiterhin rote Rebsorten, darunter Trollinger und Lemberger. Die wichtigste weiße Rebsorte in Württemberg ist der Riesling.

 

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