Baden-Württemberg (dpa/dk) – Audi plant ein neues Milliardenwerk in den USA – und Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir reagiert verärgert. Besonders der Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner an der Seite von US-Präsident Donald Trump sorgt bei ihm für Kritik. Gleichzeitig fordert Özdemir Klarheit für den Standort Neckarsulm.
Döllner hatte das geplante Audi-Werk im US-Bundesstaat Georgia bei einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump angekündigt und sich bei ihm für die Unterstützung bedankt.
Özdemir sagte dazu der Deutschen Presse-Agentur, der Auftritt hinterlasse bei ihm „ein erhebliches Störgefühl“.
„Guter Stil sieht anders aus.“
In Georgia soll ein neues Audi-Werk mit rund 4.500 Arbeitsplätzen entstehen.
Für den baden-württembergischen Ministerpräsidenten wirft das die Frage auf, warum solche Investitionen derzeit offenbar attraktiver in den USA sind als in Deutschland.
„Gleichzeitig müssen wir uns in Deutschland fragen, warum Milliardeninvestitionen in den USA attraktiver sind als bei uns.“
Besonders wichtig ist für Özdemir die Zukunft des Audi-Standorts in Neckarsulm.
Dort arbeiten mehr als 15.000 Menschen. Der Standort steht wegen der VW-Krise und Sparplänen unter Druck. Bis Ende Juni 2027 soll ein neues Konzept vorgelegt werden.
Özdemir fordert deshalb eine klare Perspektive: „Wer viel Geld in Georgia investiert, muss auch sagen, wie es in Neckarsulm weitergehen kann.“
Özdemir warf Trump außerdem vor, mit seiner Zollpolitik gezielt Arbeitsplätze und Investitionen aus Europa in die USA ziehen zu wollen.
Seine Konsequenz daraus: Deutschland und Baden-Württemberg müssten wieder attraktiver für Investitionen werden.
„Dagegen hilft nur eins: Europa, Deutschland und Baden-Württemberg wieder so stark zu machen, dass Unternehmen hier gerne investieren wollen!“