Neckarsulm (dpa/dk) – Nach der Einigung auf den neuen Sparplan bei Volkswagen rückt auch das Audi-Werk in Neckarsulm stärker in den Fokus. Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir fordert vom Konzern jetzt konkrete Perspektiven für den Standort – und zwar über das Jahr 2034 hinaus.
Özdemir betonte in Stuttgart, entscheidend sei zunächst, dass für Neckarsulm weiterhin eine Perspektive bestehe und keine Schließung vereinbart worden sei.
Gleichzeitig erwartet er nun konkrete Schritte von Volkswagen und Audi.
„Ich erwarte jetzt vom VW-Vorstand, dem Aufsichtsrat und der Audi-Führung, dass sie das verbleibende Zeitfenster nutzen und Neckarsulm eine echte industrielle Perspektive geben, mit Produkten und Investitionen, die über das Jahr 2034 hinausreichen.“
Nach Ansicht des Ministerpräsidenten wird es im Zuge der weiteren Planungen auch Kompromisse brauchen.
Im Sinne der Sozialpartnerschaft seien Zugeständnisse auf beiden Seiten notwendig. Besonders wichtig sei in Krisenzeiten die Zusammenarbeit von Management, Betriebsrat und Gewerkschaft.
„Gemeinsam brauchen wir einen Zukunftsplan für den Standort. Ich bin zuversichtlich, dass dies gelingen kann“, sagte Özdemir.
Aus Sicht der Landesregierung habe das Werk in Neckarsulm eine Zukunft.
Der VW-Aufsichtsrat hatte sich am Donnerstagabend überraschend auf einen neuen Sparplan geeinigt.
Demnach soll die Produktion des Konzerns auf neun Millionen Fahrzeuge pro Jahr sinken. Weltweit sollen zusätzlich 50.000 Stellen wegfallen.
Neben Neckarsulm stehen auch die Standorte Emden, Zwickau und Hannover unter Druck.
Für diese vier Werke könne derzeit keine wettbewerbsfähige Folgebelegung mit Beginn zwischen 2031 und 2034 garantiert werden. Als Grund nennt Volkswagen Überkapazitäten von rund 500.000 Fahrzeugen in Europa.
Für die betroffenen Werke sollen deshalb auch alternative Verwendungsmöglichkeiten geprüft werden.
Auch Landeswirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut sieht die Zukunft von Neckarsulm noch nicht endgültig entschieden.
„Das letzte Wort über die Zukunft des Standorts Neckarsulm ist noch nicht gesprochen.“
Auch sie fordert konkrete Produkte, Investitionen und eine industrielle Perspektive über das Jahr 2034 hinaus.
Neckarsulm verfüge über eine hoch qualifizierte Belegschaft, eine moderne und flexible Produktion sowie besondere Kompetenzen in den Bereichen künstliche Intelligenz und Digitalisierung.