Region (pm/dk) – Der Rohölpreis ist zuletzt deutlich gesunken, an den Tankstellen in Karlsruhe, Pforzheim und Baden-Baden kommt davon aber nur wenig an. Genau das kritisiert der ADAC Nordbaden jetzt deutlich und fordert Entlastungen für Autofahrer.
Nach Angaben des ADAC Nordbaden zeigt sich inzwischen, dass die Sorge vor zu hohen Kraftstoffpreisen berechtigt war. Hintergrund ist das sogenannte Österreich-Modell mit nur einer Preiserhöhung am Tag.
Der ADAC hatte befürchtet, dass Mineralölkonzerne dabei Risikozuschläge einkalkulieren. Nach mehr als einer Woche sei nun erkennbar, dass genau das passiert sei.
Der Rohölkurs lag zuletzt bei 96,75 US-Dollar und damit mehr als zwölf Prozent unter dem Wert vom vergangenen Donnerstag. Gleichzeitig blieb auch der Euro-Dollar-Kurs mit 1,1686 US-Dollar stark.
Trotzdem gingen die Preise an den Tankstellen laut ADAC nur vergleichsweise wenig zurück.
Bei Super E10 sanken die Durchschnittspreise gegenüber der Vorwoche in Karlsruhe um zwei Cent, in Baden-Baden um sechs Cent und in Pforzheim um drei Cent.
Noch deutlicher kritisiert der ADAC die Entwicklung beim Diesel. Hier sanken die Preise in Karlsruhe und Baden-Baden im Schnitt nur um einen Cent. In Pforzheim stieg der Durchschnittspreis sogar um einen Cent.
Für den ADAC ist das Preisniveau weiterhin deutlich zu hoch. Der Club fordert deshalb ein Eingreifen der Kartellbehörde.
Aus Sicht des ADAC sei es nicht nachvollziehbar, warum die Behörde von ihren erweiterten Befugnissen bisher keinen Gebrauch mache. Zusätzlich fordert der Club eine befristete Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe. Bei Diesel solle sie auf den EU-Mindeststeuersatz sinken, bei Benzin in vergleichbarem Maß.
Nach Einschätzung des ADAC würden sich die Kosten für Autofahrer dadurch direkt um etwa 15 Cent je Liter senken.
Im Durchschnitt kostete der Liter Super E10 am Freitagmorgen in Karlsruhe 2,042 Euro, in Baden-Baden 2,057 Euro und in Pforzheim 2,046 Euro.
Beim Diesel lagen die Durchschnittspreise laut ADAC in Karlsruhe bei 2,301 Euro, in Baden-Baden bei 2,295 Euro und in Pforzheim bei 2,046 Euro.
Auch bei den einzelnen Tankstellen gab es Unterschiede. Bei Super E10 lagen zwischen der günstigsten und der teuersten Tankstelle in Karlsruhe vier Cent, in Baden-Baden vier Cent und in Pforzheim ebenfalls vier Cent.
Beim Diesel betrug die Differenz in Karlsruhe zwei Cent, in Baden-Baden vier Cent und in Pforzheim ein Cent.
Als günstigsten Zeitpunkt zum Tanken sieht der ADAC derzeit den Zeitraum kurz vor der Preiserhöhung am Mittag. Demnach lohnt sich vor allem die Zeit zwischen 11 und 12 Uhr am Vormittag.
Beim Vergleich der aktuellen Spritpreise kann nach Angaben des ADAC auch die App „ADAC Drive“ helfen.
Super E10 kostete in Karlsruhe zwischen 2,019 Euro und 2,059 Euro, in Baden-Baden zwischen 2,039 Euro und 2,079 Euro und in Pforzheim zwischen 2,029 Euro und 2,069 Euro.
Super E5 wurde in Karlsruhe für 2,079 Euro bis 2,119 Euro angeboten, in Baden-Baden für 2,099 Euro bis 2,139 Euro und in Pforzheim für 2,089 Euro bis 2,129 Euro.
Beim Diesel lagen die Preise in Karlsruhe zwischen 2,289 Euro und 2,309 Euro, in Baden-Baden zwischen 2,279 Euro und 2,319 Euro und in Pforzheim zwischen 2,309 Euro und 2,319 Euro.