Obst- und Gemüsebetriebe unter Druck: Energie- und Lohnkosten steigen

28. April 2026 , 04:43 Uhr

Baden-Württemberg (dpa/dk) – Steigende Kosten setzen Obst- und Gemüseerzeuger in Baden-Württemberg unter Druck. Vor allem Energie, Sprit und Löhne belasten die Betriebe. Der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband fordert deshalb Entlastungen.

Energiekrise trifft die Erzeuger

Nach Angaben des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands bekommen die Obst- und Gemüsebetriebe die Folgen der Energiekrise deutlich zu spüren. Hintergrund seien die stark gestiegenen Kosten infolge des Iran-Krieges.

Gleichzeitig stagnierten die Preise, die am Markt erzielt werden könnten. BWGV-Präsident Ulrich Theileis sagte bei der Vorstellung der Jahresbilanz: „Das ist toxisch“.

Sprit und Mindestlohn als große Belastung

Besonders problematisch sei der teurer gewordene Sprit. Er werde nicht nur für Landmaschinen wie Traktoren gebraucht, sondern auch für den Transport von geerntetem Obst und Gemüse.

Theileis bezeichnete die Senkung der Energiesteuer als einen ersten wichtigen Schritt zur Entlastung. Aus Sicht des Verbands müssten aber weitere Maßnahmen folgen.

Hinzu komme der steigende Mindestlohn. Gerade im Obst-, Gemüse- und Weinbau seien viele Arbeiten Handarbeit. Laut Theileis machten die Lohnkosten dort bis zu 60 Prozent der gesamten Produktionskosten aus. Er forderte deshalb, einen Abschlag beim Mindestlohn für landwirtschaftliche Saisonarbeitskräfte zu erlauben.

Düngemittel könnten im Herbst zum Problem werden

Die ebenfalls gestiegenen Preise für Düngemittel seien bislang noch kaum spürbar. Nach Angaben des Verbands seien die Lager schon vor Ausbruch des Konflikts gefüllt gewesen.

Im Herbst müsse aber neu eingekauft werden. Sollte sich an der geopolitischen Lage bis dahin nichts ändern, könnte auch das für Obst- und Gemüseerzeuger zum Problem werden.

Gute Zahlen beim Rückblick auf das vergangene Jahr

Trotz der aktuellen Sorgen fiel der Blick auf das vergangene Jahr positiv aus. Die genossenschaftlichen Erzeugermärkte vermarkteten insgesamt rund 411.000 Tonnen Obst und Gemüse. Das war ein Plus von knapp 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Auch der Gesamtumsatz legte zu. Er stieg um 9 Prozent auf rund 525 Millionen Euro. Theileis sagte: „Es war ein gutes Jahr ohne größere Ernteeinbußen durch Frost oder Unwetter“.

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