Noch keine Bußgelder wegen Verstößen gegen Impfpflicht im Südwesten

06. Mai 2022 , 09:29 Uhr

Region (dpa/lsw) – Knapp zwei Monate nach Inkrafttreten der einrichtungsbezogenen Impfpflicht haben Behörden im Südwesten noch keine Bußgelder gegen ungeimpfte Beschäftigte im Gesundheitsbereich verhängt. Auch wenn sich bei den Gesundheitsämtern im Land Zehntausende Beschäftigte ohne Impfnachweis aus Kliniken oder Pflegeheimen gemeldet haben, dauern die Verfahren gegen sie noch an, wie Anfragen bei mehreren Kommunen zeigen.

Betroffene sollen Nachweis nachreichen

Beim Gesundheitsamt in Karlsruhe haben sich bislang rund 1.800 Beschäftigte gemeldet, die keinen Nachweis einer Impfung oder Genesung haben oder über ein Attest zur Befreiung von der Corona-Impfung verfügen. Bußgelder wurden deshalb aber noch keine verhängt, wie ein Sprecher mitteilte. Die Betroffenen seien bislang nur aufgefordert worden, den Nachweis nun zu erbringen. Mehrere Hundert Antwortschreiben muss die Behörde bereits auswerten.

Ähnliches Bild in anderen Städten

Auch das Gesundheitsamt der Stadt Stuttgart hat noch keine Bußgelder verhängt. Dort wurden dem Amt bislang 2.240 Beschäftigte ohne Nachweis gemeldet. Wie viele davon keine Impfung haben, lasse sich aber nicht sagen, teilte ein Sprecher mit. Die Verwaltungsverfahren dauerten an. Ein ähnliches Bild zeigt sich in Konstanz, Mannheim, Reutlingen und beim Gesundheitsamt in Freiburg. Auch dort wurden bislang keine Bußgelder verhängt. Man nehme zunächst Kontakt mit den Betroffenen auf, teilte eine Sprecherin der Stadt Mannheim mit. Dabei versuchten sie, individuelle Lösungen zu finden, um den Schutz gefährdeter Gruppen zu gewährleisten. Dazu zählten etwa patientenferne Tätigkeiten oder besondere Hygienemaßnahmen für Beschäftigte, um Betretungsverbote zu vermeiden.

Seit März 32.000 ungeimpfte Beschäftigte gemeldet

Seit Mitte März gilt in Baden-Württemberg die sogenannte einrichtungsbezogene Impfpflicht. Kliniken, Heime und Einrichtungen, Praxen und ambulante Dienste müssen seitdem Mitarbeitende beim Gesundheitsamt melden, die nicht geimpft oder genesen sind oder bei denen es Zweifel an der Echtheit der vorgelegten Nachweise gibt. Bis zum Ablauf einer zweiwöchigen Meldefrist Ende März wurden den Behörden nach Angaben des Sozialministeriums rund 32.000 ungeimpfte Beschäftigte gemeldet. Neuere Daten liegen dem Ministerium nicht vor.

Jeder Fall wird einzeln betrachtet

Die Gesundheitsämter betrachten bei der Kontrolle der Impfpflicht jeden Fall einzeln. Zunächst wird versucht, die Betroffenen von der Maßnahme zu überzeugen. Ist kein Umdenken in Sicht, kann das Amt „innerhalb einer angemessenen Frist“ das Betreten des Arbeitsplatzes und die dort ausgeübte Tätigkeit untersagen. Auch ein Bußgeld von bis zu 2500 Euro ist möglich.

Anzeige
Baden-Württemberg einrichtungsbezogenen Impfpflicht Impfung Südwesten Ungeimpfte

Das könnte Dich auch interessieren

20.01.2026 Besondere Polarlichter schmücken den Himmel im Südwesten Baden-Württemberg (dpa/dk) - Grüne und rote Farben über Baden-Württemberg: Am späten Montagabend haben Polarlichter viele Menschen im Südwesten begeistert. Das seltene Naturschauspiel war sogar bis in die Alpen zu sehen. 14.01.2026 Die neue Ehrenamtskarte ab sofort in Karlsruhe Karlsruhe (pm/dk) - Wer sich freiwillig engagiert, soll künftig mehr zurückbekommen als nur ein Dankeschön: In Baden-Württemberg wird die Ehrenamtskarte flächendeckend eingeführt. Karlsruhe übernimmt dabei eine zentrale Rolle - gestern sind die ersten Ehrenamtskarten feierlich übergeben worden.  08.01.2026 Wo Orkanböen und Schneeverwehungen drohen Baden-Württemberg (dpa/tk) - Glatteis am Morgen, Sturm in der Nacht: Wo ihr euch im Südwesten auf gefährliche Straßenverhältnisse einstellen müsst. Der Himmel zeige sich meist bedeckt, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) vorhersagt. Stellenweise könnte es leicht schneien. Im Tagesverlauf gehe der Schnee in tieferen und mittleren Lagen in Regen über. 12.12.2025 Start der neuen Stadtbahn-Generation: Erster TramTrain rollt nach Karlsruhe Karlsruhe (pm/dk) - Ein weiterer wichtiger Schritt für den öffentlichen Nahverkehr in der Region: Der Fahrzeughersteller Stadler hat das erste neue VDV-TramTrain-Fahrzeug für die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) nach Karlsruhe geliefert. Damit beginnt nun die nächste Phase des umfangreichen Beschaffungsprojekts.