Niemals vergessen: Landauer putzen Stolpersteine in Erinnerung an vertriebene und ermordete Juden

30. Januar 2024 , 04:33 Uhr

Landau (pm/tk) – 318 Stolpersteine erinnern in der Stadt Landau an Mitbürgerinnen und Mitbürger jüdischen Glaubens, die im Nationalsozialismus verfolgt, vertrieben und ermordet worden sind. Rund um den Holocaust-Gedenktag sorgten engagierte Landauerinnen und Landauer jetzt dafür, dass die „Mahnmale von unten“ wieder glänzen. Oberbürgermeister Dominik Geißler und Stadtarchivarin Christine Kohl-Langer danken allen Beteiligten.

Zeichen gegen Rechtsextremismus

„Stellvertretend nennen möchte ich die Bewohnerinnen und Bewohner unserer Sammelunterkunft für geflüchtete Menschen, die die Stolpersteine vor ihrer Tür gereinigt und Plakate in verschiedenen Sprachen mit Botschaften wie „Nein zu Rassismus“ aufgehängt haben“, sagt Dominik Geißler. „Eine schöne Geste von Menschen, die leider oft genug selbst erfahren, wie sich Ausgrenzung und Rassismus anfühlen. Gerade angesichts der aktuellen Entwicklungen in unserem Land ist es daher die Aufgabe von uns allen, ein entschiedenes Zeichen gegen Rechts zu setzen und uns jedem fremdenfeindlichen, rechtsextremen und rechtspopulistischen Gedankengut entgegenzustellen.“

Gedenkfeier im Frank-Loebschen-Haus

Dominik Geißler selbst reinigte am Holocaust-Gedenktag den Stolperstein von Olga Loeb vor dem Frank-Loebschen Haus. Zuvor erinnerte er bei einer Gedenkfeier im Innenhof des historischen Gebäudes an das unermessliche Leid der Landauer Jüdinnen und Juden im Holocaust. „Wenn es heute gelänge, in Landau wieder eine jüdische Gemeinde einzurichten, wäre das ein wunderbares Zeichen“, so die Hoffnung des Landauer Oberbürgermeisters für die Zukunft.

600 Opfer in Landau

Stadtarchivarin Christine Kohl-Langer setzt sich seit 2008 für die Landauer Stolpersteininitiative ein. „Unser Ziel ist es, für alle rund 600 verfolgten, entrechteten und ermordeten Landauer Jüdinnen und Juden Stolpersteine zu verlegen“, teilt sie mit. „Dabei unterstützt uns die Bevölkerung dankenswerterweise sehr gut, sei es durch die Übernahme von Patenschaften oder wie jetzt bei der Putzaktion. Ich bin sehr froh und dankbar, dass alle Stolpersteine gereinigt werden konnten und jetzt wieder in neuem Glanz erstrahlen.“

Stolpersteine sind Messingtafeln auf kleinen Pflastersteinen mit den Lebensdaten von NS-Opfern, die vor deren letzten frei gewählten Wohnorten in den Boden eingelassen werden. Eine Karte mit allen Landauer Stolpersteinen findet sich im städtischen GeoPortal auf https://maps.landau.de. Die nächste Verlegung ist für das Spätjahr 2024 geplant.

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Erinnerung Gegen Rechts Juden Landau Stolpersteine

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