Neues zum flüchtigen Mörder aus der JVA Bruchsal - Hinweise auf Fluchtpläne

30. November 2023 , 09:36 Uhr

Im Fall des Ende Oktober bei einem bewachten Ausflug entflohenen Mörders hat es bereits im Jahr 2021 Hinweise auf mögliche Fluchtpläne gegeben. Wie Justizministerin Marion Gentges  im Landtag in Stuttgart sagte, habe ein Mithäftling in der JVA in Bruchsal im Oktober 2021 mitgeteilt, der nun geflohene Mörder habe ihm gegenüber geäußert, dass es wohl am einfachsten sei, während einer Ausführung zu flüchten. «Am besten, wenn eine weibliche Bedienstete als Begleitperson dabei wäre, weil diese gegebenenfalls einfacher überwältigt werden könne», sagte Gentges. Das habe ihr die JVA Bruchsal heute mitgeteilt.

Mitgefangener wurde nicht ernst genommen

«Die Vollzugsanstalt hat diese Angaben des Mitgefangenen aber nicht als glaubwürdig eingestuft», sagte Gentges. Trotzdem seien bei weiteren Ausflügen nach dem Bericht des Mithäftlings die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt worden. Vier Ausführungen habe man deswegen mit drei statt mit wie normal zwei Begleitern durchgeführt.

Ministerin: Bewacher waren nicht nahe genug an geflohenem Mörder

Aus Sicht der baden-württembergischen Justizministerin Marion Gentges waren die Bewacher des Ende Oktober bei einem bewachten Ausflug entflohenen Mörders nicht nahe genug an dem Mann. Die Begleiter seien verpflichtet, ihn ständig und unmittelbar zu bewachen, sagte Gentges am Mittwoch in Stuttgart. Trotzdem hätten die Beamten ihn nicht mehr fassen können, als er davonlief. «Für mich persönlich ergibt sich daraus die Schlussfolgerung, dass die beiden Bediensteten nicht nahe genug an dem Gefangenen dran waren, um ihn erreichen zu können», sagte Gentges. Das sei derzeit Gegenstand von Disziplinarermittlungen, die aber noch nicht abgeschlossen seien.

Was war passiert?

Der Deutsch-Kasache war als Gefangener der JVA Bruchsal am 30. Oktober bei einem bewachten Ausflug an einen Baggersee im rheinland-pfälzischen Germersheim entkommen. Es war bereits seine achte Ausführung in Begleitung seiner Frau und seiner Kinder. Er war 2012 vom Landgericht Karlsruhe zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden, weil er einen 44-Jährigen erwürgt hatte. Er wird weiterhin europaweit gesucht. Das Landeskriminalamt geht nach Angaben von Gentges derzeit rund 80 Hinweisen nach.

Anzeige
Flüchtiger Mörder Justizministerin JVA JVA Bruchsal

Das könnte Dich auch interessieren

12.09.2025 Tag des offenen Denkmals 2025: Diese Highlights gibt es in der Region Region (pm/dk) - Am Sonntag, 14. September, ist es wieder so weit: Der Tag des offenen Denkmals lädt bundesweit dazu ein, Bauwerke, Orte und Anlagen zu entdecken, die sonst meist verschlossen bleiben. Koordiniert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) öffnen sich auch in diesem Jahr zwischen 5.000 und 7.000 Denkmale in rund 2.000 Städten und Gemeinden. Damit ist der Aktionstag das größte Kulturevent Deutschlands. 20.06.2026 Neun Verletzte nach Blitzeinschlag auf Handballfest in Rastatt-Niederbühl Rastatt (dpa/svs) - Das schwere Gewitter in der Nacht zu Samstag hatte in Rastatt dramatische Folgen: Während eines Sportfests der Handballer in Niederbühl zieht ein Unwetter auf – dann schlägt ein Blitz ein. Neun Menschen werden verletzt, sechs von ihnen kommen ins Krankenhaus. 18.06.2026 Warum Militär-Helikopter übers Karlsruher Schloss geflogen sind Karlsruhe (dpa/svs) - Mehr als 350 Rekruten der Bundeswehr haben sich von Protesten begleitet in unmittelbarer Nähe zum Bundesverfassungsgericht zur demokratischen Grundordnung bekannt und ihren Diensteid abgelegt. Während der Feierlichkeiten gab es von der Luftwaffe zudem zwei Überflüge über den Karlsruher Schlossplatz. 17.06.2026 Nach Brückensturz eines Jugendlichen in Durlach - Kripo setzt Belohnung aus Karlsruhe (pol/tk) - Anfang 2025 fiel ein 15-Jähriger von einer Brücke am Bahnhof Durlach. Nach Ansicht der Ermittler wurde er geschubst. Kripo und Staatsanwaltschaft haben 5.000 Euro Belohnung ausgesetzt für Hinweise, die zur Ergreifung der noch unbekannten Täter führen. Auch das Fernsehen soll helfen.