Pforzheim (pm/dk) – Für viele gehört es zum Pforzheimer Oechsle Fest einfach dazu: das jährlich neue Weinglas. Manche sammeln die Festgläser bereits seit Jahrzehnten. Jetzt wurde das Motiv für 2026 vorgestellt – entworfen von einer Studentin der Hochschule Pforzheim.
Insgesamt werden 10.000 Exemplare des neuen Oechsle-Fest-Glases produziert. Damit liegt die Auflage auf dem Niveau der vergangenen Jahre.
Oliver Reitz, Direktor des Wirtschaft und Stadtmarketings Pforzheim, zeigte sich bei der Vorstellung begeistert vom Ergebnis: „Ich bin nicht nur zufrieden, ich bin richtig begeistert“.
Er geht davon aus, dass das Motiv während der 17 Festtage für Gesprächsstoff sorgen wird. Für viele Besucher ist das Glas längst nicht nur ein Trinkgefäß, sondern ein Erinnerungsstück. Einige Sammler besitzen nach Angaben von Reitz sogar eine vollständige Kollektion der bisherigen Festgläser.
Entworfen wurde das diesjährige Motiv von Marlon Meyer. Sie studiert Visuelle Kommunikation im fünften Semester an der Hochschule für Gestaltung in Pforzheim.
Die Gestaltung entstand im Rahmen eines studentischen Wettbewerbs. Die Aufgabe war, auf dem Glas sowohl das Oechsle Fest als auch einen persönlichen Bezug zu Pforzheim darzustellen.
Meyer entschied sich für den Pforzheimer Kletterpark. Sie besuchte ihn bereits als Kind im Rahmen eines Ferienprogramms und verbindet damit Erinnerungen an Gemeinschaft und gemeinsame Erlebnisse.
Auf einer Seite des Glases ist das Oechsle Fest als Ort der Begegnung und des Feierns zu sehen. Die andere Seite zeigt den Kletterpark.
Der besondere Effekt entsteht beim Drehen des Glases: Aus dem richtigen Blickwinkel überlagern sich beide Bilder. Dann wirken die feiernden Menschen des Oechsle Fests so, als würden sie auf den Seilen des Kletterparks tanzen.
Das Glas wird damit zu einem kleinen Geschicklichkeitsspiel. Wer es dreht und den passenden Winkel findet, entdeckt eine zusätzliche Bildebene.
Die Umsetzung war nicht ganz einfach. Durch die Wölbung und die Tiefe des Glases liegen die beiden Motive nicht direkt aufeinander. Meyer musste deshalb mit Prototypen arbeiten und berechnen, wie die Bilder verzerrt oder verschoben werden müssen.
Auch der Inhalt des Glases kann die Überlagerung verändern. Besonders bei dunklem Rotwein wirkt sich die Lichtbrechung auf das Motiv aus. Für die Designerin gehört genau dieses Spiel mit Perspektive und Blickwinkel zum Konzept.
Meyer selbst entwickelte fünf verschiedene Entwürfe für den Wettbewerb. In mehreren Auswahlrunden wurde die Zahl der Motive reduziert. Am Ende setzte sich ihr Entwurf gegen drei weitere Finalmotive durch.
Dass ihr Design nun auf Tausenden Gläsern beim Oechsle Fest zu sehen sein wird, ist für die Studentin noch ungewohnt. Gleichzeitig freut sie sich darüber, dass in diesem Jahr Studierende an der Gestaltung beteiligt wurden.