Baden-Württemberg (dpa/dk) – Die CDU verliert deutlich an Zustimmung, die AfD erreicht einen Höchstwert: In einer neuen Umfrage für Baden-Württemberg liegen beide Parteien bei jeweils 23 Prozent. Die Grünen bleiben mit 30 Prozent stärkste Kraft.
Das zeigt der aktuelle BW-Trend von Infratest dimap im Auftrag des SWR, der „Stuttgarter Zeitung“ und der „Südwest Presse“. Gut sieben Monate nach der Landtagswahl haben sich damit vor allem die Kräfteverhältnisse hinter den Grünen von Ministerpräsident Cem Özdemir verschoben.
Bei der Landtagswahl im März hatte die CDU von Landeschef Manuel Hagel mit 29,7 Prozent nur knapp hinter den Grünen gelegen. Diese erreichten damals 30,2 Prozent.
In der aktuellen Umfrage kommt die CDU dagegen auf 23 Prozent. Der Abstand zu den Grünen beträgt damit sieben Prozentpunkte.
Auch beim Vertrauen in die politische Problemlösung verliert die CDU: Nur noch 17 Prozent der Befragten trauen ihr zu, die wichtigsten landespolitischen Probleme anzupacken. Laut Umfrage ist das ein Minus von 13 Prozentpunkten. Den Grünen sprechen 27 Prozent diese Kompetenz zu.
Die AfD liegt mit 23 Prozent um 4,2 Prozentpunkte über ihrem Wahlergebnis vom März. Damals hatte sie 18,8 Prozent erreicht.
Nach Angaben des SWR ist das ihr bislang höchster Wert in der Umfragereihe BW-Trend. Die AfD in Baden-Württemberg wird vom Verfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall beobachtet.
Die SPD kommt auf sieben Prozent und liegt damit über ihren 5,5 Prozent bei der Landtagswahl.
Die Linke erreicht sechs Prozent, die FDP liegt bei vier Prozent. Beide Parteien hatten im März den Einzug in den Landtag verpasst.
Neben den Parteipräferenzen untersucht der BW-Trend auch die wirtschaftliche Stimmung im Land.
Demnach belasten die Folgen der Wirtschaftskrise viele Menschen. Besonders groß ist die Sorge um die Autoindustrie. Gleichzeitig wächst die Angst um den eigenen Arbeitsplatz.
Für die repräsentative Befragung wurden 1.191 Menschen in Baden-Württemberg zwischen dem 8. und 13. Oktober 2026 befragt.
Wahlumfragen sind grundsätzlich mit Unsicherheiten verbunden. Die sogenannte Sonntagsfrage erfasst die aktuelle Wahlneigung – nicht das tatsächliche Verhalten bei einer späteren Wahl.