Neue Strategie im Kampf gegen Asiatische Hornisse

23. Mai 2025 , 04:58 Uhr

Stuttgart (dpa/tk) – Die Asiatische Hornisse vermehrt sich rasant im Südwesten. Für Grundstückseigentümer gibt es nun eine wichtige Änderung.

Wir müssen Nestentfernung jetzt selber zahlen

Nach einer bundesweiten Neu-Einstufung der eingeschleppten Asiatischen Hornisse ändert sich auch in Baden-Württemberg die Strategie der Bekämpfung. Da die invasive Art inzwischen als «etabliert und verbreitet» bewertet werde, müssten gesichtete Nester nicht mehr überall sofort beseitigt werden, teilte das Landesumweltministerium in Stuttgart mit.

Die Beauftragung der Nestentfernung und deren Bezahlung erfolgt zukünftig durch die Grundstückseigentümer, sofern diese eine Nestentfernung wünschen. In den vergangenen Jahren seien die Kosten vom Ministerium getragen worden. Allein 2024 flossen für das Beseitigen der Asiatischen Hornisse rund 400.000 Euro.

Fast 1.500 Nester im Südwesten entdeckt

Im vergangenen Jahr wurden 1.470 Nester in Baden-Württemberg gesichtet. Im laufenden Jahr wird den Angaben zufolge mit einer Zahl gerechnet, die um das Zwei- bis Dreifache höher liegt.

Wie erkenne ich eine Asiatische Hornisse?

Die Asiatische und die unter Naturschutz stehende heimische Europäische Hornisse (Vespa crabo) lassen sich unterscheiden. Die invasive Art mit dem lateinischen Namen Vespa velutina nigrithorax hat einen dunkleren Körper und dafür gelbe Beinenden. Die heimische Hornisse fällt durch ihren gelb-schwarz gemusterten Hinterleib auf. Ihre Beinenden sind rotbraun.

Ist sie gefährlich für Menschen?

Hornissenstiche können allergische Reaktionen auslösen, wie die Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Stuttgart-Hohenheim warnt. Die Asiatische Hornisse gilt als weniger aggressiv gegenüber Menschen als etwa Wespen. Sie wird aber zur Gefahr, wenn man sich einem Nest nähert – dann verteidigen die Tiere ihr Zuhause mit Stichen.

Was soll ich tun, wenn ich eine Asiatische Hornisse sehe?

Wer in Baden-Württemberg eine Asiatische Hornisse oder deren Nester entdeckt, kann Bilder und weitere Angaben auf einem speziellen Meldeportal der LUBW übermitteln. Eine Meldung ist auch über die App «Meine Umwelt» möglich.

Wer an Bäumen arbeitet oder Hecken schneidet, sollte wachsam sein, denn es könnten Nester in den Gehölzen versteckt sein.

Wo sind Nester der Asiatischen Hornisse?

Es gibt Nester an unterschiedlichen Orten. Die Königin baut im Frühjahr das Gründungsnest, das vergleichsweise klein ist. Es ist in Schuppen, Sträuchern und in Bodennähe zu finden. Im Sommer werden meist in Bäumen sogenannte Filialnester gebaut, die frei hängen und eine Höhe von einem Meter erreichen können.

 

Anzeige
Asiatische Hornisse Baden-Württemberg Grundstück Hecken Insekten invasiv LUBW melden Nester Regeln Strategie Sträucher Umweltministerium

Das könnte Dich auch interessieren

03.09.2026 Rasante Ausbreitung der Asiatischen Hornissen im Südwesten Südwesten (dpa/svs) - Mit Dampf und Aktivkohle gegen Asiatische Hornissen: Warum die Entfernung von riesigen Nestern teuer ist und viele Hobby-Imker trotzdem nicht aufgeben. Im Südwesten wurden bis Ende August über 2.000 Nester der Asiatischen Hornisse gemeldet – mehr als doppelt so viele wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres. 18.05.2026 Bekämpfung der Asiatischen Hornisse - bitte meldet jede Sichtung! Baden-Baden (pm/tk) - Die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse wird zur Herausforderung für Imker, Landwirte und Naturschützer. Besonders Honigbienen geraten durch die eingewanderte Jägerin zunehmend unter Druck. Experten rufen daher die Bevölkerung zur Hilfe auf. Wenn Ihr eine Asiatische Hornisse - bitte meldet Sie auf einem Online-Portal! 10.03.2026 Umfrage: Mehrheit in Baden-Württemberg begrüßt Wolf und Biber Baden-Württemberg (pm/dk) - Die Rückkehr von Wolf und Biber stößt im Südwesten auf breite Zustimmung. Laut einer aktuellen forsa-Umfrage im Auftrag von NABU und BUND befürwortet eine große Mehrheit der Menschen in Baden-Württemberg die Rückkehr der beiden Tierarten. 04.09.2026 Nach Krawallen beim Waldhof-Pokalspiel: Polizei gründet Ermittlungsgruppe Südwesten (dpa/svs) - Nach den heftigen Ausschreitungen beim DFB-Pokalspiel zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern arbeitet die Polizei die Vorfälle jetzt mit einer eigenen Ermittlungsgruppe auf. Gleichzeitig will Baden-Württemberg bei der Stadionsicherheit nachschärfen – und bringt mögliche Bußgelder für Vereine ins Spiel.