Karlsruhe (dpa/dk) – Galeria ist erneut insolvent. Für die Beschäftigten in Baden-Württemberg bedeutet das wieder Unsicherheit: Rund 1.500 Menschen arbeiten in den zwölf verbliebenen Filialen im Land. Einige Standorte gelten bereits seit dem Sommer als besonders gefährdet.
Galeria hat beim Amtsgericht Düsseldorf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Der Geschäftsbetrieb in den bundesweit 83 Filialen soll zunächst weiterlaufen.
Für das Unternehmen ist es nach 2020, 2022 und 2024 bereits der vierte Insolvenzantrag innerhalb von sechs Jahren.
Verdi-Landeschefin Maike Schollenberger kritisiert die erneute Unsicherheit für die Beschäftigten: „Die ständige Ungewissheit ist eine Zumutung für alle. Wir erwarten von Galeria seriöse Informationen statt Nebelkerzen. Und eine echte Einbeziehung der Beschäftigten und der Betriebsräte.“
Bereits im Juli war bekannt geworden, dass bundesweit 33 Standorte auf ihre Rentabilität geprüft werden sollen. In Baden-Württemberg betraf das fünf Filialen:
Galeria wollte mit den Vermietern über Konditionen und mögliche Flächenanpassungen sprechen. Sollte keine tragfähige Lösung gefunden werden, wäre die Fortführung dieser Standorte gefährdet.
Die Galeria-Filiale in Karlsruhe gehört nach den bislang bekannten Angaben nicht zu diesen fünf bedrohten Standorten.
Die Krise des Konzerns hat in Baden-Württemberg bereits deutliche Spuren hinterlassen. Geschlossen wurden unter anderem Filialen in Esslingen, Göppingen, Heidelberg, Leonberg, Mannheim, Pforzheim, Reutlingen sowie in Stuttgart.
Dabei gingen bereits zahlreiche Arbeitsplätze verloren.
Schollenberger macht für die wiederholte Schieflage des Unternehmens auch Fehler in der Unternehmensführung verantwortlich.
Sie spricht von „haarsträubende Managementfehler“ und kritisiert, Galeria habe notwendige Investitionen verschleppt, während die Beschäftigten trotz der Dauerkrise täglich ihre Arbeit leisteten.