Neue Feinde bremsen Buchsbaumzünsler – Hoffnung für Hecken

27. April 2026 , 04:15 Uhr

Neue Feinde bremsen Buchsbaumzünsler – Hoffnung für Hecken

Karlsruhe (dpa/tk) – Der Buchsbaumzünsler frisst mit Vorliebe Hecken. Doch nun haben heimische Singvogel Geschmack an der eingewanderten Raupe gefunden.

Spatzen und Kohmeisen

Dem Buchsbaumzünsler, einem von Gärtnern viel gehassten Buchsbaumhecken-Vernichter, geht es an den Kragen – dank neuer Fressfeinde. Das Problem wird kleiner, wie die Nabu-Gartenexpertin Aniela Arnold sagt. «So haben etwa Haussperlinge, Kohlmeisen und Wespen die proteinreichen Raupen als Nahrungsquelle entdeckt.» Damit entwickelten sich allmählich natürliche Feinde dieser gefräßigen Schmetterlingsraupe, die sich seit vielen Jahren invasiv ausbreitet.

Heimische Tierwelt entdeckt den Zünsler als Leckerbissen

«Seitdem sich die heimische Tierwelt auf den Buchsbaumzünsler spezialisiert hat, nimmt der Befall an Buchsbäumen deutlich ab», erklärt auch Joana Gasper, Referentin für Landschaftsgärten beim Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (Gala). Die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg fördern nach Worten eines Sprechers daher beispielsweise das Vorkommen von Meisen gezielt, um die Zahl der Zünsler-Raupen zu reduzieren.

Das Auftauchen neuer Fressfeinde sei eine gute Nachricht, betont Nabu-Expertin Arnold. Der Buchsbaum sehe nicht nur gut aus, sondern sei auch nützlich, in einigen Gegenden heimisch und damit Teil der biologischen Vielfalt. «Er dient verschiedenen Insektenarten als Nahrungsquelle, gerade auch früh im Jahr fliegenden»,

Die jahrelange Zünsler-Invasion blieb nicht ohne Folgen

Lange Zeit hatte die Raupe Nimmersatt keine Fressfeinde – und ihre rasante Ausbreitung über die Jahre Folgen: Zwar sei der Buchsbaum immer noch beliebt, weil er sich gut in Form schneiden lasse, sagt Gala-Referentin Gasper. Aber die Nachfrage nehme ab seit dem massenhaften Auftreten des Zünslers. Auch in historischen Gärten oder Parkanlagen würden Buchsbäume gegen andere sogenannte Formgehölze ausgetauscht.

Die Staatlichen Schlösser und Gärten etwa testen im Weikersheimer Schlossgarten seit vielen Jahren andere Gehölzarten als Alternative, aber: «Im Grunde ist Buchs nicht zu ersetzen», wie der Sprecher sagt. Man versuche, die Raupen abzusammeln oder sie mit scharfem Wasserstrahl zu entfernen – und man setze nun auch auf die Meisen.

Der Buchbaumzünsler stammt ursprünglich aus China; die Raupe frisst ausschließlich am Buchsbaum. Sie kann erhebliche Schäden verursachen. Wenn man sie nicht konsequent von den befallenen Büschen absammelt oder mit Insektiziden bekämpft, können verheerende Schäden entstehen. Hecken und Büsche werden von dem Schädling kurz und klein gefressen und sterben ab.

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