Pforzheim/Östringen (dpa/dk) – Die Meldungen über manipulierte Halloween-Süßigkeiten reißen nicht ab. Nach Funden in Illingen und der Südpfalz sind jetzt auch Fälle aus Östringen und Pforzheim bekannt geworden. In Kaubonbons wurden Metallteile entdeckt, darunter sogar eine Schraube. Auch bundesweit beschäftigt das Thema die Polizei. Wer hinter den Manipulationen steckt, ist bislang unklar.
In Östringen im Landkreis Karlsruhe hat ein Mädchen am Halloweenabend Süßigkeiten gesammelt. Als es seine gesammelten Sachen später kontrollierte, entdeckte es eine Schraube in einem Kaubonbon.
Nach Angaben der Polizei war die Schraube der Länge nach in die Süßigkeit gedrückt worden. Sie war deutlich zu erkennen, weshalb das Mädchen das Bonbon nicht gegessen hat.
Die Eltern reagierten und entsorgten sämtliche Halloween-Süßigkeiten ihrer Tochter. Außerdem erstatteten sie Anzeige bei der Polizei.
Ein weiterer Fall wurde aus Pforzheim gemeldet.
Dort entdeckte eine Erziehungsberechtigte ein Metallstück in einem Kaubonbon, das sich unter den gesammelten Halloween-Süßigkeiten ihrer Kinder befand.
Wie das Metallstück in die Süßigkeit gelangt ist, ist noch unklar. Die Polizei kann bislang nicht sagen, ob das Bonbon bereits beim Kauf manipuliert war oder erst später verändert wurde, beispielsweise von jemandem, der Süßigkeiten an Kinder verteilt hat.
Schon zuvor waren in unserer Region ähnliche Vorfälle bekannt geworden.
In Illingen im Enzkreis hatte eine Mutter am Abend nach Halloween eine Nadel in einem Schokoriegel entdeckt. Diese war offenbar von außen durch die Verpackung geschoben worden. Der Schokoriegel wurde nicht gegessen.
In Dörrenbach in der Südpfalz fand eine Elfjährige eine Nähnadel in einem Schokoriegel. Nachdem sie in den sozialen Medien von manipulierten Halloween-Süßigkeiten gelesen hatte, untersuchte sie ihre gesammelten Süßigkeiten mit einem Magneten und entdeckte dabei die Nadel.
In Westheim in der Südpfalz hatten zwei Mädchen im Alter von neun und zwölf Jahren Süßigkeiten gesammelt. Die Zwölfjährige bemerkte später beim Essen eines Kaubonbons, dass sie auf etwas Metallisches gebissen hatte. Im Bonbon steckte ein Nagel. Bei der anschließenden Kontrolle fanden die Mädchen außerdem eine Tackernadel in einem weiteren Kaubonbon.
Auch aus Ludwigshafen wurde ein Fall gemeldet. Dort hatte eine Frau einen Nagel in einer Halloween-Süßigkeit entdeckt.
Bei den zuvor gemeldeten Vorfällen wurde nach Polizeiangaben niemand verletzt.
Seit dem Halloween-Wochenende werden immer mehr Fälle bekannt, bei denen Nadeln, Nägel, Schrauben oder andere Metallgegenstände in Süßigkeiten entdeckt wurden.
Neben den Vorfällen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gibt es auch aus anderen Teilen Deutschlands entsprechende Meldungen.
Wer die Süßigkeiten manipuliert hat und ob die einzelnen Fälle miteinander zusammenhängen, ist bislang unklar.
In den zuvor bekannt gewordenen Fällen aus der Südpfalz und Illingen hat die Polizei Ermittlungen wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung aufgenommen.
Angesichts der zunehmenden Meldungen rät die Polizei Eltern und Erziehungsberechtigten, die gesammelten Halloween-Süßigkeiten ihrer Kinder sorgfältig zu überprüfen.
Besonders geachtet werden sollte auf:
Süßigkeiten, deren Herkunft unbekannt ist, sollten vor dem Verzehr besonders genau untersucht oder im Zweifel entsorgt werden.
Wer eine manipulierte Süßigkeit entdeckt, sollte diese nicht essen und umgehend die Polizei informieren. Verdächtige Süßigkeiten sollten zusammen mit ihrer Verpackung für mögliche Ermittlungen aufbewahrt werden.kar