Baden-Württemberg (dpa/dk) – Die SPD in Baden-Württemberg sucht nach ihrem historischen Wahldebakel eine neue Landesspitze. Nach dem Rücktritt von Andreas Stoch haben jetzt vier Parteimitglieder ihren Hut in den Ring geworfen. Entscheiden sollen am Ende die Mitglieder.
Die SPD Baden-Württemberg will ihren neuen Landesvorsitz per Mitgliederbefragung bestimmen. Ein vorheriger Sondierungsprozess zur personellen Neuaufstellung war ohne Ergebnis geblieben.
Von der kommenden Woche an sollen alle rund 30.000 wahlberechtigten Mitglieder die Unterlagen für die Briefwahl bekommen. Das Ergebnis der Mitgliederbefragung soll am 16. Juni bekanntgegeben werden.
Wer sich dabei durchsetzt, wird dem Landesparteitag zur Wahl vorgeschlagen. Der Parteitag ist für den 19. und 20. Juni geplant.
Als Doppelspitze wollen die Mannheimer Bundestagsabgeordnete Isabel Cademartori und der frühere Bundestagsabgeordnete Robin Mesarosch aus Sigmaringen antreten.
Außerdem bewirbt sich Dorothea Kliche-Behnke. Sie sitzt seit 2021 für den Wahlkreis Tübingen im Landtag und ist seit 2018 stellvertretende Landesvorsitzende.
Auch Carsten Lotz, Ortsvereinsvorsitzender aus Gomaringen, hat seine Bewerbung eingereicht.
Die Bewerberinnen und Bewerber sollen sich bei nicht-öffentlichen Regionalkonferenzen am 9. und 16. Mai vorstellen.
Die SPD hatte bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg nur 5,5 Prozent der Stimmen erreicht. Das war das schlechteste Ergebnis der Partei jemals im Südwesten.
Nach der schweren Niederlage hatte Spitzenkandidat Andreas Stoch noch am Wahlabend seinen Rückzug als Partei- und Fraktionschef angekündigt.
An der Spitze der Landtagsfraktion steht inzwischen Sascha Binder. Er war zuvor Generalsekretär der Partei.