Nach dem tödlichen Unfall

Bauarbeiten an der Hochbrücke gehen weiter - Trauerfeier in der Horber Stiftkirche

26. Mai 2025 , 13:49 Uhr

Horb am Neckar (pm/dk) – Die Arbeiten an der Hochbrücke Horb können nach dem tragischen Unfall mit drei Toten wieder fortgesetzt werden. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, liegt kein arbeitsrechtliches oder strafrechtliches Hindernis mehr vor, das die Bauarbeiten an der Neckartalbrücke stoppen würde. Die Arbeiten starten allerdings nur in den Bereichen, die vom Unfallgeschehen nicht betroffen waren – und auf freiwilliger Basis. Am Montagabend gab es eine Gedenkfeier für die drei toten Bauarbeiter.

Drei Bauarbeiter stürzen in den Tod

Am 20. Mai waren drei Männer – zwei polnische und ein deutscher Bauarbeiter – tödlich verunglückt. Die Männer befanden sich in einer Transportgondel, die an einem Kran hing und sie auf einen Brückenpfeiler bringen sollte. Die Gondel stürzte in die Tiefe. Nach ersten Ermittlungen könnte sich das tragende Stahlseil in querlaufenden Drahtseilen verfangen haben.

Die Unfallursache ist weiter unklar. Die Ermittler werten aktuell ein Video aus, das Teilsequenzen des Geschehens zeigt. Der Kran bleibt vorerst beschlagnahmt.

Psychologische Betreuung und Gedenkfeier

Wie die Baufirma mitteilte, wurde das Team vor Ort eng betreut. Viele Mitarbeitende nahmen psychologische Hilfe in Anspruch – diese wird weiterhin mehrsprachig angeboten. Außerdem soll auf Wunsch der Belegschaft ein nicht-öffentlicher Gedenkgottesdienst in deutscher und polnischer Sprache stattfinden.

„Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt den Angehörigen der Verstorbenen sowie allen betroffenen Kolleginnen und Kollegen“, erklärte die Firma. Zudem sei man mit dem Nachunternehmer im Gespräch, um die Angehörigen bestmöglich zu unterstützen. Die Stadt Horb hat dafür ein Spendenkonto eingerichtet.

Gedenkfeier in der Stiftskirche

Am Montagabend hat es eine Gedenkfeier für die drei gestorbenen Bauarbeiter in der Horber Stiftskirche gegeben. Oberbürgermeister Peter Rosenberger erinnerte in seiner Rede an die Männer und ihre nun traurige Verbundenheit mit der Stadt.

Dieser tragische Unfall hat einen Schatten auf das geworfen, was wir in Horb das „Jahrhundertprojekt“ nennen: den Bau der Hochbrücke. Ein Projekt, das als Symbol für Fortschritt, Verbindung und Zukunft gedacht war. Und jetzt ist es auch ein Ort der
Erinnerung. Ein Ort des Schmerzes.

Großprojekt soll 2028 fertig werden

Die Hochbrücke in Horb ist Teil eines großen Straßenbauprojekts. Sie soll künftig den Verkehr der B32 über das Neckartal führen, statt ihn durch die Innenstadt zu leiten. Die Brücke soll rund 2.100 Meter lang und bis zu 90 Meter hoch werden. Die Fertigstellung ist für 2028 geplant.

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