Gaggenau (pm/dk) – Mehr als 34 Stunden ohne Strom: Der Ausfall in Gaggenau war einer der größten und längsten der vergangenen Jahre. Feuerwehr, DRK und THW waren im Dauereinsatz, richteten Notfall-Anlaufstellen ein und versorgten die Bevölkerung mit warmem Essen, Strom und weiteren Hilfsangeboten.
Oberbürgermeister Michael Pfeiffer bedankte sich bei den Menschen, die von dem langen Stromausfall betroffen waren.
„Diese haben wirklich viel Geduld und Verständnis bewiesen. Dafür sind wir sehr, sehr dankbar“, erklärt Pfeiffer.
Mehr als 34 Stunden auf Strom zu verzichten, sei eine Herausforderung gewesen. Deshalb wollte die Stadt Unterstützung anbieten. „Dies war nur möglich durch den Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr Gaggenau, des DRK und des THW.“
Rund 190 Helferinnen und Helfer waren am Dienstag und Mittwoch im Einsatz. Bereits am Dienstag wurden in den Feuerwehrgerätehäusern in Oberweier und Bad Rotenfels Anlaufstellen eingerichtet. Dort konnten sich Bürger in Notfällen melden, denn zeitweise waren auch die Notrufe 112 und 110 ausgefallen.
Für die Feuerwehr war es das erste Mal, dass solche Anlaufstellen in dieser Form genutzt wurden. „Das hat sehr gut funktioniert“, bilanziert Feuerwehrkommandant Nicolas Faber.
Die Notfallpunkte waren für Situationen wie diese bereits vorgesehen, sodass die Feuerwehr entsprechend vorbereitet war.
Als sich am Dienstagabend ein weiterer längerer Stromausfall abzeichnete, wurde mit Unterstützung des DRK kurzfristig eine Notunterkunft in Bad Rotenfels eingerichtet. Dort standen Betten und warmes Essen bereit.
Genutzt wurde die Unterkunft allerdings nicht. Als mögliche Gründe nennt die Stadt die Entfernung zu Oberweier und die bereits vorgerückte Stunde.
Für Eileen Schenk, die neue Notfall- und Krisenmanagerin der Stadt Gaggenau, war das Angebot trotzdem wichtig. „Wir wollten für die Bevölkerung da sein und Unterstützung anbieten“, betont sie.
Dabei ging es auch um ganz praktische Dinge, wie sie aufzählt: „Wasser für Babynahrung erwärmen“, Handy laden oder auch da sein für Menschen, die die Dunkelheit in der eigenen Wohnung ängstigt.
Am Mittwoch zeigte sich, dass solche Angebote gebraucht wurden. Nachdem erneut ein längerer Ausfall absehbar war, wurde eine Notunterkunft in der Eichelberghalle eingerichtet.
Rund 300 Bürger kamen dort am Mittwochmittag vorbei. Sie informierten sich über den aktuellen Stand oder nutzten die Möglichkeit, ihre Handys aufzuladen. Auch die Duschen in der Halle wurden genutzt.
Rund 250 Menschen nahmen außerdem eine warme Mahlzeit in Anspruch.
Das Technische Hilfswerk war mit 26 Personen vor Ort und stellte die Stromversorgung der Eichelberghalle sicher. Das DRK kümmerte sich um die Betreuung und das Essen. Zusätzlich war ein Team der Notfallseelsorge Rastatt-Baden-Baden im Einsatz.
„Das Zusammenspiel zwischen den Rettungsorganisationen und der Stadt sowie den Stadtwerken hat sehr gut funktioniert“, bilanzierte der Oberbürgermeister.
Auch rund zwei Dutzend Mitarbeiter der Stadtwerke waren im Einsatz. Unterstützung bekamen sie von Kollegen der Stadtwerke Baden-Baden und Rastatt.