Karlsruhe (pm/dk) – Im vorläufigen Insolvenzverfahren der Karlsruher Kita-Betreiber Pro-Liberis gGmbH und Lenitas gGmbH gibt es erste positive Entwicklungen. Nach Angaben der vorläufigen Insolvenzverwalter laufen bereits Gespräche mit potenziellen Partnern.
„Wir arbeiten mit Hochdruck daran, einen passenden Partner für Pro-Liberis und Lenitas zu finden, um die Unternehmen langfristig und nachhaltig wieder in die wirtschaftliche Balance zu bringen“, sagen die vorläufigen Insolvenzverwalter Dr. Jürgen Erbe und Holger Blümle von der Kanzlei Schultze & Braun.
Bereits früh im Verfahren lägen mehrere Interessensbekundungen vor. „Es ist uns wichtig zu betonen, dass wir eine Gesamtlösung anstreben und es keine Pläne gibt, Pro-Liberis und Lenitas in Einzelteile zu zerschlagen.“ Die Suche nach einem Partner erfolgt in enger Abstimmung mit dem Gläubigerausschuss und den Kommunen.
Die Eröffnung des regulären Insolvenzverfahrens ist für den 1. April geplant. Das bedeutet laut den Insolvenzverwaltern jedoch nicht das Ende des Betriebs.
„Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens ist vielmehr ein wichtiger Schritt, um die Neuaufstellung in die Tat umsetzen zu können. Wir werden auch nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens an der Neuaufstellung arbeiten und den Kita-Betrieb normal weiterführen.“
Mit einer endgültigen Lösung sei realistischerweise erst in mehreren Monaten zu rechnen.
Der Betrieb in allen Einrichtungen läuft nach Angaben der Verantwortlichen wie gewohnt weiter. Es gebe keine Einschnitte bei Qualität oder Umfang der Betreuung.
„Die Kinderbetreuung und die Arbeitsplätze der Mitarbeitenden sind auch über den 1. April hinaus gesichert – etwa mit dem Blick auf den Sommer und den Abschluss von Neuverträgen“, so Erbe und Blümle.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Gehaltsrückstände bestehen nicht mehr. Die Februar-Gehälter wurden in dieser Woche wie gewohnt ausgezahlt. Auch die Zahlungen für März sind gesichert.
Die Auszahlung erfolgt über das sogenannte Insolvenzgeld in gewohnter Höhe und zum üblichen Zeitpunkt. Ab April sollen Pro-Liberis und Lenitas die Löhne und Gehälter wieder selbst tragen.
„Die pünktliche Auszahlung von Löhnen und Gehältern ist uns besonders wichtig, da sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Pro-Liberis und Lenitas mit so viel Herzblut und Hingabe ihren Aufgaben widmen“, erklären die Insolvenzverwalter.
Yvette Melchien, Sozialbürgermeisterin der Stadt Karlsruhe, nimmt zum bisherigen Verlauf des vorläufigen Insolvenzverfahrens wie folgt Stellung: „Ich sehe die Kitaträger im vorläufigen Insolvenzverfahren auf einem guten Weg, sich neu auszurichten. Die Angebote von Pro Liberis und Lenitas sind wichtig für die Betreuung und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen in der Stadt und in der Region Karlsruhe. Der Einsatz der Mitarbeitenden gerade jetzt während des vorläufigen Insolvenzverfahrens verdient große Anerkennung. Der enge Austausch mit ihnen, den Eltern und den vorläufigen Insolvenzverwaltern Dr. Jürgen Erbe (Pro-Liberis) und Holger Blümle (Lenitas) der Kanzlei Schultze & Braun ist besonders wichtig“, so die Bürgermeisterin weiter.
Pro-Liberis betreibt in der Region 20 Kindertagesstätten mit insgesamt 907 genehmigten Betreuungsplätzen, davon 440 für Kinder unter drei Jahren. 447 Mitarbeitende sind dort beschäftigt.
Lenitas führt neun Kindertageseinrichtungen für Kinder mit und ohne Behinderung mit insgesamt 452 Kita-Plätzen. Zusätzlich bietet die Gesellschaft verschiedene Angebote der Kinder- und Jugendhilfe an. Aktuell sind dort 170 Mitarbeitende beschäftigt.