Nach Derby-Krawallen in Mannheim: Innenminister Hagel lädt Vereine zum Krisentreffen

26. August 2026 , 12:33 Uhr

Mannheim (dpa/dk) – 120 Verletzte, Pyrotechnik und ein Platzsturm: Nach den heftigen Ausschreitungen beim DFB-Pokalspiel zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern zieht Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel Konsequenzen. Anfang September will er sich mit mehreren Fußballvereinen treffen.

Treffen mit sieben Vereinen geplant

Das Gespräch soll am 3. September in Stuttgart stattfinden. Eingeladen sind laut einer Sprecherin sieben Vereine, vor allem aus der ersten bis dritten Liga.

Hagel will bei dem Treffen klare Vereinbarungen treffen und die sogenannten Stadionallianzen weiterentwickeln. In seiner Einladung schreibt der Innenminister: «Unser aller Ziel ist klar: Gewalt hat in unseren Stadien keinen Platz. Dies muss auch für emotional aufgeladene Spielbegegnungen gelten.»

Welche konkreten neuen Vereinbarungen Hagel vorschlagen will, geht aus dem Schreiben nicht hervor.

120 Verletzte beim Pokalspiel in Mannheim

Auslöser für das Treffen sind die Vorfälle beim DFB-Pokalspiel zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern. Die Partie im ausverkauften Carl-Benz-Stadion stand kurz vor dem Abbruch.

Kaiserslautern gewann das Spiel nach Verlängerung mit 1:0. Überschattet wurde die Begegnung von Krawallen, Pyrotechnik und einem Platzsturm.

Rund 1.400 Polizisten waren im Einsatz. 35 Einsatzkräfte wurden verletzt. Außerdem mussten 85 Zuschauer medizinisch versorgt werden, acht von ihnen kamen zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus.

Hagel sieht Handlungsbedarf bei Hochrisikospielen

Die Vorfälle hätten ihn und weite Teile der Bevölkerung tief betroffen gemacht, schreibt Hagel. «Die massive Gewalt gegen Einsatzkräfte und andere Fans ist nicht hinnehmbar; an keinem Spielort in Baden-Württemberg.»

Durch die Angriffe und den Einsatz von Pyrotechnik seien Zuschauer jeden Alters, Spieler und Personal in große Gefahr gebracht worden.

Für Hagel ist deshalb klar: «Sie zeigen, dass bei Hochrisikospielen Handlungsbedarf besteht». Außerdem schreibt er: «Gemeinsam sind wir uns einig, dass wir uns auf gar keinen Fall an solche Bilder gewöhnen dürfen.»

Stadionallianzen sollen weiterentwickelt werden

An den Stadionallianzen in Baden-Württemberg will Hagel grundsätzlich festhalten. Dabei arbeiten Fans, Vereine, Polizei und Kommunen zusammen.

«An diesem Weg möchte ich festhalten», schreibt der Innenminister. Gleichzeitig soll bei dem Treffen geklärt werden, ob die bisherigen Verfahren auch für heutige und künftige Herausforderungen ausreichen.

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