Durmersheim (dk) – Der Brand im kommunalen Kindergarten Villa Kunterbunt hat Durmersheim in der Nacht auf Dienstag erschüttert. Das Gebäude in der Schwarzwaldstraße ist vollständig zerstört, 131 Kinder aus sieben Gruppen sind betroffen. Bürgermeister Klaus Eckert hat im Interview erklärt, wie er die Nacht erlebt hat und welche Schritte jetzt kurzfristig und langfristig anstehen.
Kurz nach Mitternacht wurde die Freiwillige Feuerwehr Durmersheim über einen Vollbrand informiert. Klaus Eckert beschreibt diesen Dienstag als einen „schwarzen Tag für Durmersheim“. Der Kindergarten Villa Kunterbunt sei der größte im Ort und für viele Durmersheimer ein Stück Kindheit. Vor Ort sei sofort klar gewesen, „dass der Kindergarten leider nicht zu retten und er ist bis auf die Grundmauern abgebrannt ist“.
Der Altbau liegt in Schutt und Asche, auch der neuere Gebäudeteil konnte nicht erhalten werden: „Der Neubau musste aus statischen Gründen abgebrochen werden, so dass das gesamte Kindergarten Areal nicht mehr für die Kinderbetreuung zur Verfügung steht.“
Nach momentanem Stand der Ermittlungen könnte es sich bei der Brandursache um einen technischen Defekt handeln, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Hinweise auf Brandstiftung lägen aktuell nicht vor. Sachverständige wurden zur Klärung der genauen Brandursache hinzugezogen. Die Ermittlungen der Beamten des Polizeipostens Bietigheim dauern an.
Eckert wurde in der Nacht durch den Einsatz aufmerksam. „Ich habe kurz vor Mitternacht mitbekommen, wie die Polizei und Feuerwehr ausgerückt ist.“ Von seinem Balkon aus habe er Rauch und Flammen gesehen und sei direkt mit dem Fahrrad zum Brandort gefahren. Dort bot sich ihm ein dramatisches Bild: „Der Kindergarten stand in Vollbrand.“
Er betont, wie wichtig der schnelle Einsatz war: „Natürlich hat der entschlossene Einsatz ein Übergreifen des Feuers auf die Nachbargebäude verhindert.“ Gleichzeitig sei er vor allem erleichtert, dass niemand verletzt wurde. „Ich bin erleichtert, dass vor allem auch niemand zu Schaden gekommen ist. Wir haben keine personellen Schaden, keine Verletzungen zu beklagen.“ Sein Dank gilt den Einsatzkräften aus Durmersheim und der Umgebung sowie Rettungsdienst, THW und Polizei.
Für Eltern und Kinder steht jetzt die Betreuung im Mittelpunkt. Die Gemeinde informierte die Familien in der Nacht, dass am Dienstag keine Betreuung möglich ist. Gleichzeitig laufen die Vorbereitungen für eine schnelle Übergangslösung. „Wir versuchen jetzt natürlich schnellstmöglich eine Notbetreuung auf die Beine zu stellen“, sagt Eckert. Ziel sei eine wohnortnahe Unterbringung im Ort.
Für diese Woche soll es zunächst eine Notbetreuung geben, danach eine stabile Lösung für alle 131 Kinder. Hilfe kommt aus mehreren Richtungen. „Wir danken auch herzlich für die Unterstützung der anderen Betreuungseinrichtungen, etwa auch der katholischen Kirche.“ Konkrete Räume wollte Eckert wenige Stunden nach dem Brand noch nicht nennen, macht aber klar: „Nein, wir bringen keine Kinder in Sporthallen unter. Wir bringen keine Kinder in Containern unter.“
Der Kindergarten stammt aus dem Jahr 1974, vor rund 20 Jahren kam ein Anbau dazu. Beides ist jetzt unbrauchbar. „Von daher reden wir da für einen kompletten Neubau eines Kindergartens.“ Einen genauen Zeitplan gibt es noch nicht, Eckert rechnet aber mit „1 bis 2 Jahren“, bis wieder ein Kindergarten steht.
Damit die langfristige Lösung gefunden werden kann, braucht es natürlich jetzt auch viele finanzielle Mittel. Die Gemeinde hat deswegen jetzt ein Spendenkonto eingerichtet um die Villa Kunterbunt zu unterstützen: IBAN: DE16665620530005702518 – Verwendungszweck: Durmersheim hilft.
In Zeiten der Not zeigt sich, wie eng der Zusammenhalt im Ort ist. Bürgermeister Klaus Eckert zeigt sich dankbar: „Uns haben direkt Unterstützungsangebote aus den Nachbarkommunen, anderen Kindergärten sowie von Privatpersonen erreicht. Durmersheim steht zusammen und hilft.“
Ihr könnt auch ONLINE eure Spende abgeben. Der Förderverein der KITA Wildwuchs möchte die Gemeinde unterstützen und hat deswegen einen Spendenlink eingerichtet. Die Spenden werden von ihnen direkt an das eingerichtete Spendenkonto der Gemeinde übermittelt. Die Gemeinde bittet außerdem darum keine Sachspenden mehr ans Rathaus zu bringen.