Nach Ausbruch der Vogelgrippe muss Karlsruher Zoo schließen

04. Februar 2022 , 09:06 Uhr

Karlsruhe (dpa/lk) – Nach einem Ausbruch der Vogelgrippe muss der Karlsruher Zoo vorübergehend von diesem Freitag an schließen. Das teilte die Stadt auf ihrer Website mit. Zunächst war die Geflügelpest bei einem Graureiher festgestellt worden, doch nun stehe fest, dass auch andere verstorbene Vögel mit dem Virus infiziert gewesen seien. Dabei handele es sich um zwei Pelikane. Zudem wurden auch zwei tote Wildvögel auf dem Gelände des Zoos gefunden. Die Experten vom Friedrich-Loeffler-Institut hätten zudem drei Verdachtsfälle – zwei Hawaiigänse und ein Pelikan – bestätigt.

Ausbruch auch in Mannheim

Die Zahl nachgewiesener Fälle der Vogelgrippe in Baden-Württemberg steigt weiter an. Am Freitag informierte die Stadt Mannheim über den Ausbruch der Wildvogel-Geflügelpest. Das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, das Friedrich-Loeffler-Institut, habe den Verdacht auf das hochpathogene Virus bei einer Kanadagans bestätigt.

Keine Stallpflicht angeordnet

Eine Stallpflicht ordnete die Verwaltung ebenso wenig an wie die Kollegen in Karlsruhe, wo wegen der Tierseuche der Zoo geschlossen bleibt. „Eine Stallpflicht ist für die Tiere häufig belastend, kann aber durchaus noch erforderlich werden“, erläuterte die Leitende Veterinärdirektorin des Ordnungs- und Bürgeramtes in Karlsruhe, Alexandra Börner, laut Mitteilung.

Weiterverbreitung verhindern

In Baden-Württemberg waren vor allem aus Südbaden Nachweise des Geflügelpest-Virus H5N1 gemeldet worden, unter anderem bei Schwänen und einem Mäusebussard. Dort verhängten die Behörden eine Stallpflicht für Hausgeflügel. Nach dem Ausbruch der Vogelgrippe in einem Teil des Heidelberger Zoos hatte dieser zwischenzeitlich schließen müssen.

Karlsruher Zoo geschlossen

Geschlossen ist seit Freitag auch der Zoo in Karlsruhe. Neben einem Graureiher und zwei toten Wildvögeln verendeten zwei Pelikane wegen der Vogelgrippe. Mit der Schließung soll den Angaben nach verhindert werden, dass das Virus über Schuhe, Kleidung oder Gegenstände weiter verbreitet wird. Man wolle vermeiden, dass die Vogelgrippe auch in die private Geflügelhaltung übergeht. In einzelnen Zoobereichen gibt es schon seit Wochen Schutzmaßnahmen, die nun verschärft werden, so die Stadt Karlsruhe.

Merkblatt veröffentlicht

„Wir beobachten das Geflügelpestgeschehen sehr genau und werden bei Bedarf auf der Grundlage einer Risikobewertung eine Anpassung vornehmen“, erklärte Börner weiter. In Absprache mit dem Ministerium für Ländlichen Raum wurde ein Merkblatt veröffentlicht, das unter anderem über den korrekten Umgang mit Wildvögeln und deren Kot informiert und was bei Hunden und Katzen zu beachten sei. Ferner bekommen Geflügelhalter Tipps, wie sie mit ihrem Federvieh umgehen und wen sie nicht in die Nähe der Tiere lassen sollten.

Striktere Sicherheitsmaßnahmen

Zuvor war die Geflügelpest in Baden-Württemberg schon bei einem Greifvogel in Donaueschingen und bei einer Rothalsgans im Tierpark in Heidelberg nachgewiesen worden. Geflügelhalter wurden aufgerufen, Vorkehrungen gegen einen möglichen Eintrag des Virus über Schuhe und Kleidung in die eigene Tierhaltung zu treffen. Gefahren durch Kontakt mit Wildvögeln könnten durch engmaschige Zäune mit Überdachung und durch Stallhaltung deutlich verringert werden. Je nach Gefahrenlage wurde eine Stallpflicht nicht ausgeschlossen.

14 Vogelgrippe-Fälle seit November

14 Fälle der hochansteckenden Vogelgrippe sind seit November in Baden-Württemberg nachgewiesen worden. Das teilte das Ministerium für Ländlichen Raum in Stuttgart am Freitag auf Anfrage mit. Hierbei handele es sich um lokal begrenzte Geschehen: zum einen im Schwarzwald-Baar-Kreis und zum anderen in der Rhein-Neckar-Region und in Karlsruhe. Hausgeflügelbestände sind bislang nicht betroffen, wie ein Ministeriumssprecher erklärte.

Für Menschen ungefährlich

Die auch Vogelgrippe genannte Geflügelpest ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die vor allem bei Wasservögeln vorkommt. Die Krankheit ist Experten zufolge für Menschen ungefährlich. Seit Mitte Oktober wurden nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts infizierte Vögel unter anderem auch in Rheinland-Pfalz, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hamburg gefunden.

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