„Über 355.000 neue Hautkrebsfälle pro Jahr – diese hohe Zahl zeigt, wie groß die gesundheitliche Belastung ist. Und sie ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen“, sagt Gerd Nettekoven, Vorstand der Deutschen Krebshilfe. „Auch wenn die Sterblichkeit im Vergleich zu anderen Krebsarten geringer ist, bleibt Hautkrebs eine sehr ernstzunehmende Erkrankung.“
Falsch! Leider wird gebräunte Haut vielfach immer noch mit einem „gesunden“ Aussehen gleichgesetzt. Richtig ist, dass jede sichtbare Bräunung bereits ein Hinweis auf UV-bedingte Hautschäden ist. Bräune ist nichts anderes als ein begrenzt wirksamer Schutzmechanismus der Haut: Sie bildet das Pigment Melanin, um das Erbgut der Hautzellen vor weiterer UV-Strahlung zu schützen.
Influencer in den sozialen Medien machen es vor und insbesondere junge Menschen machen es nach: Sie decken beim Sonnenbaden bestimmte Hautpartien ab, sodass nach dem Sonnenbrand helle Muster entstehen. Diese Sonnenbrand-„Tattoos“ mögen dekorativ wirken, sind aber vor allem gefährlich und ein deutliches Warnsignal für eine massive UV-Belastung. Jeder Sonnenbrand verursacht erhebliche Schäden an der DNA der Hautzellen – besonders in der Kindheit und Jugend – und erhöht langfristig das Risiko für Hautkrebs.
Falsch! Sonnenschutzmittel verzögern zwar schmerzhaften Sonnenbrand, blocken die UV-Strahlen aber nicht vollständig ab. Daher gilt: Am besten am UV-Index (UVI) orientieren – der über viele Wetter-Apps verfügbar ist – und mehrere Schutzmaßnahmen kombinieren. Zuallererst Schatten suchen, Kleidung und Kopfbedeckung tragen, Sonnenbrille aufsetzen und abschließend unbedeckte Haut eincremen.
Falsch! Tomaten, Karotten oder Beeren, Nüsse, Lachs und grüner Tee enthalten zwar Stoffe, wie beispielsweise Beta-Carotin, die die Haut gegen negative Wirkungen von UV-Strahlen unterstützen können. Als alleiniger Schutz reichen sie jedoch nicht aus. Richtiger UV-Schutz basiert immer auf drei Säulen: meiden, kleiden, cremen.
Im vergangenen Jahr kursierte die Falschinformation, dass das Tragen einer Sonnenbrille die körpereigene Melaninproduktion reduziert, und damit die Sonnenbrandgefahr erhöht. Dies ist eindeutig falsch. Melanin wird überwiegend in der Haut gebildet und schützt zudem nur begrenzt vor Sonnenbrand. Richtig ist: Sonnenbrillen mit der Kennzeichnung UV 400 oder DIN EN ISO 12312-1 schützen die Augen zuverlässig vor UV-Schäden – etwa vor Hornhautentzündungen, Grauem Star oder sogar bestimmten Krebsarten am Auge. Daher am besten immer eine Sonnenbrille in der Tasche haben und sie an sonnigen Tagen tragen!
Falsch! Für die Vitamin-D-Produktion reichen bereits kurze Sonnenpausen aus: Laut Robert Koch-Institut genügt es zwischen März und Oktober, zwei- bis dreimal pro Woche Gesicht, Hände und Arme wenige Minuten ungeschützt der Sonne auszusetzen. Längere Aufenthalte in der prallen Sonne bringen keinen zusätzlichen Nutzen – es erhöht lediglich das Hautkrebsrisiko.
Wenn Sie in die Sonne gehen, achten Sie auf ausreichenden Schutz durch Schatten, Kleidung und Sonnencreme. Tragen Sie eine Sonnenbrille mit UV-Schutz und eine Kopfbedeckung. Meiden Sie, insbesondere im Sommer, die Mittagssonne und schützen Sie Ihre Kinder. Gehen Sie nicht ins Solarium.