Mutmaßlicher Doppelmord: Tatverdächtige sind Ehepaar

21. März 2024 , 11:39 Uhr

Bad Schönborn/Hockenheim (dpa) – Sie sollen erst die Großmutter, dann die Mutter getötet haben: Bei der Festnahme hatten die Tatverdächtigen das wenige Wochen alte Baby der 27-Jährigen bei sich. Bisher machen sie keine Aussagen.

Paar aus Sandhausen

Die beiden Tatverdächtigen im Fall des mutmaßlichen Doppelmordes an Mutter und Tochter in Nordbaden sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Ehepaar. Der 43-jährige Mann und seine 44 Jahre alte Frau stammten aus Sandhausen teilte die Staatsanwaltschaft Mannheim am Donnerstag mit. Es handelt sich demnach um ein deutsches Ehepaar. Bisher hatten die Ermittler einen entsprechenden Bericht der «Bild»-Zeitung nicht kommentiert.

Die beiden Tatverdächtigen äußern sich laut Polizei bisher nicht zu den Vorwürfen. Am Mittwoch hatten Staatsanwaltschaft und Polizei bekannt gegeben, dass sie nach knapp zwei Wochen intensiver Suche die Leiche der 51 Jahre alten Mutter aus einem Anglersee bei Bad Schönborn (Landkreis Karlsruhe) geborgen hatten.

Baby unversehrt gefunden

Anfang März war bereits die Leiche der 27-jährigen Tochter der Frau am Rheinufer bei Hockenheim entdeckt worden. Das Baby der jungen Frau war vergangene Woche unversehrt bei dem Ehepaar aus Sandhausen gefunden worden. Das Paar sitzt seither in Untersuchungshaft. Das sechs Wochen alte Mädchen befindet sich nach Angaben der Ermittler weiter in der Obhut des Jugendamtes. Zum Vater des Babys äußern sich weder Staatsanwaltschaft noch Polizei. Polizeisprecher Stefan Wilhelm sagte lediglich: «Der mögliche Vater des Kindes steht nicht unter Tatverdacht.»

Aus dem persönlichen Umfeld der Getöteten

Laut Mitteilung vom Mittwoch stammen die Tatverdächtigen nach bisherigen Erkenntnissen aus dem persönlichen Umfeld der Getöteten. Es besteht demnach der dringende Verdacht des «gemeinschaftlichen heimtückischen Mordes zur Verdeckung einer Straftat» in zwei Fällen. Die Ermittler gehen nach eigenen Angaben davon aus, dass die beiden am Abend des 6. März erst die Großmutter und wenige Stunden später die Mutter des Babys getötet haben.

Sonderkommission «Rampe» verkleinert sich

Die «Bild»-Zeitung berichtete am Wochenende, die Tatverdächtigen hätten in den vergangenen Monaten Nachbarn und Arbeitskollegen von der angeblich bevorstehenden Geburt einer eigenen Tochter erzählt. Sie sollen die 27-Jährige demnach getötet haben, um das Baby als ihres auszugeben. Zu einem möglichen Motiv des Ehepaares äußern sich bisher allerdings weder Polizei noch Staatsanwaltschaft.

Nach dem zweiten Leichenfund wird die Sonderkommission «Rampe» nach Angaben des Polizeisprechers von kommender Woche an in eine deutlich kleinere Ermittlergruppe umgewandelt. Seit dem Fund der getöteten Tochter hatten rund 60 Beamte intensiv nach dem Baby und seiner Großmutter gesucht. Rund 80 Hinweise der Bevölkerung seien eingegangen, die zum Teil noch ausgewertet werden müssten, sagte Wilhelm.

Anzeige
Baby Bad Schönborn Hockenheim Mord Mütter Polizei Tochter

Das könnte Dich auch interessieren

20.09.2025 Mitbewohnerin mit Metallvase erschlagen - lange Haftstrafe Mannheim (dpa/nr) - Die Leiche wurde nahe einer Pferderennbahn in Mannheim entdeckt. Schon vor der Tat soll die Hauptangeklagte das Opfer gepeinigt haben. 16.02.2026 Immer mehr Gewalt: Baden-Württemberg rüstet Polizei auf Südwesten (dpa/svs) - Rund 40 Mal am Tag wird eine Polizistin oder ein Polizist in Baden-Württemberg Opfer von Gewalt. 14.586 Mal wurden diejenigen, die helfen und schützen sollen, im vergangenen Jahr beleidigt, geschlagen, getreten, attackiert - «ein absolut historischer Höchststand», beklagt Innenminister Thomas Strobl in Stuttgart. Neue Uniformen sollen die Beamten besser schützen. 20.12.2025 Taschendiebstähle rückläufig – aber Trickdiebe sind aktiver Stuttgart (dpa/nr) - Taschendiebe schlagen im Südwesten immer seltener zu, aber Trickdiebe treten werden wieder häufiger auf. Viele Diebstähle werden gar nicht angezeigt. Wie man sich schützen kann. 18.12.2025 Urteil nach Rosenmontags-Amokfahrt in Mannheim: Täter muss in die Psychiatrie Mannheim (dpa/dk) - Mehr als neun Monate nach der tödlichen Amokfahrt an Rosenmontag in Mannheim hat das Landgericht entschieden, wie es mit dem Angeklagten weitergeht: Der Mann wird bis auf Weiteres in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Außerdem verurteilte das Gericht ihn unter anderem wegen Mordes und versuchten Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.