Müll-Drama in Karlsruhe geht weiter - Wertstofftonnen müssen weiterhin selbst rausgestellt werden

13. August 2024 , 17:03 Uhr

Karlsruhe (pm/dk) – Das Müll-Problem in Karlsruhe. Nachdem Müllberge, die keiner abholte, entstanden sind, gab es ein Krisengespräch zwischen Stadt und Entsorgungsfirma. In einer Sonderleerung wollte die Stadt die Tonnen dann einmalig selbst leeren. Als wäre das alles nicht genug hat sich dann noch ein Konkurrenzunternehmen eingemischt. Jetzt gibt es Neuigkeiten!

Keine Erweiterung der Vollserviceleistung

Die Stadt kann den Entsorger Knettenbrech + Gurdulic nicht, wie ursprünglich von Verwaltung und Gemeinderat angestrebt, mit einer Erweiterung der Vollserviceleistung beauftragen. Dies hat die Vergabekammer beim Regierungspräsidium Karlsruhe im Rahmen eines von einem Konkurrenzunternehmen beantragten Nachprüfungsverfahrens entschieden. Derzeit wertet die Stadt Karlsruhe die Entscheidung der Vergabekammer aus und bewertet das weitere Vorgehen. Die Stadt Karlsruhe ist gewillt, Rechtsmittel beim Oberlandesgericht einzulegen und bereitet die Einlegung der Beschwerde vor.

Tonnen müssen zugänglich gemacht werden

Für Karlsruher Bürgerinnen und Bürger bedeutet die Entscheidung der Vergabekammer, dass die Wertstofftonnen am Leerungstag auch weiterhin satzungskonform bereitgestellt werden müssen. An Standorten, an denen die Behälter frei zugänglich sind, ebenerdig und höchstens 15 Meter von der Straße entfernt stehen, ist am Abholtag nichts zu veranlassen. Für nicht frei zugängliche Wertstofftonnen ist die Zugänglichkeit zu gewährleisten.

Der Behälterstandplatz darf zum nächstmöglichen auf öffentlicher Fläche liegenden Halteplatz des Sammelfahrzeugs weiterhin nicht mehr als 15 Meter entfernt sein. Die Transportwege müssen befestigt sein und dürfen keine Stufen und keine Steigungen von mehr als fünf Prozent haben. Liegen diese Bedingungen nicht vor, sind die Wertstofftonnen rechtzeitig am Entleerungstag am Straßen- oder Gehwegrand oder an einer anderen entsprechenden Stelle bereitzustellen und nach der Abholung unverzüglich wieder an ihren Standplatz zurückzubringen.

Eine endlose Geschichte

Das private Entsorgungsunternehmen K + G übernimmt im Rahmen der Umsetzung des Verpackungsgesetzes seit Januar 2024 die Abholung der Wertstoffbehälter. Neben umfangreichen Beschwerden zum Leerungsservice des Unternehmens gibt es zwischen Stadt und K + G auch Meinungsverschiedenheiten zum Umfang der vom Vollservice umfassten Leistungen. Daher wurden Nachverhandlungen nötig, um möglichst vielen Karlsruherinnen und Karlsruhern die gewohnte Abholung zu ermöglichen. So wurde in Verhandlungen mit K + G und der Stadt Karlsruhe der Vollservice präzisiert. Der Gemeinderat hatte in seiner Sitzung vom 19. März 2024 beschlossen, das entsprechende Angebot über die präzisierten Vollserviceleistungen bei der Wertstoffsammlung mit Wegstrecken bis zu 27 Metern (anstatt 15 Meter) und einer Treppenstufe sowie Klingeln für ein Entgelt in Höhe von 870.000 Euro netto pro Jahr bis zum 31. Dezember 2026 anzunehmen.

Im Zuge der Umsetzung des Gemeinderatsbeschlusses erhob ein Mitbewerber im Ausschreibungsverfahren der Betreiber Dualer Systeme die erste Verfahrensrüge und stellte einen Nachprüfungsantrag bei der Vergabekammer. Die Vergabekammer verpflichtete die Stadt daraufhin bei fortbestehender Vergabeabsicht, über die Wahl der Verfahrensart unter Berücksichtigung der Rechtsauffassung der Vergabekammer neu zu entscheiden und die Entscheidung sorgfältig zu begründen.

Die Stadt Karlsruhe führte dementsprechend ein Verfahren gemäß den Vorgaben des Vergaberechts und der Vergabekammer durch. Ein Mitbewerber hatte daraufhin am 6. Juli 2024 diese Durchführung eines Verhandlungsverfahrens ohne Teilnahmewettbewerb erneut als rechtswidrig gerügt und nach Rückweisung der Rüge durch die Stadt Karlsruhe ein weiteres Nachprüfungsverfahren erwirkt. Die Vergabekammer beim Regierungspräsidium gab dem Mitbewerber recht und untersagte der Stadt nun den Vertragsschluss.

Anzeige

Das könnte Dich auch interessieren

23.05.2026 Wie ist die Wasserqualität in Badeseen im Südwesten? Region (tk) - Am langen Pfingstwochenende wird es richtig schön - 30 Grad und mehr, Sonne satt! Da zieht es sicher viele von Euch wieder an die Badeseen in der Region. Doch wie steht es um die Wasserqualität? Das Land Baden-Württemberg überprüft regelmäßig die offiziellen Badegewässer. Die Ergebnisse findet Ihr hier: 22.05.2026 So voll wird es zu Pfingsten auf Straßen und an Flughäfen Baden-Württemberg (dpa/tk) - Zum Start der Pfingstferien müssen sich Reisende auf Staus und volle Terminals einstellen. Der ADAC und die Flughäfen warnen vor einem der verkehrsreichsten Wochenenden des Jahres und geben Prognosen ab. Neben Baden-Württemberg startet auch Bayern in die Ferien, was die Staugefahr im Süden weiter erhöht. 21.05.2026 Schweiz will bei Ausländern für Durchfahrt kassieren Zürich (dpa/tk) - Wer auf dem Weg in die Ferien die Schweiz durchquert, soll künftig zur Kasse gebeten werden. Durchfahrer ließen kein Geld im Land und verstopften nur die Straßen, hieß es in einer Parlamentsdebatte, bevor die Transitgebühr im März beschlossen wurde. «Den Deutschen die Italien-Ferien vermiesen», titelte der «Tages-Anzeiger». Was ist genau geplant? 20.05.2026 Wird Maximilian Senft neuer KSC-Trainer? Karlsruhe (pm/dk) - Die Trainersuche beim Karlsruher SC könnte offenbar bald zu Ende gehen. Nach Informationen von Sky Sport soll Maximilian Senft vom österreichischen Bundesligisten SV Ried zur kommenden Saison neuer Cheftrainer beim KSC werden. Auch weitere Medien berichten darüber. Offiziell bestätigt ist der Wechsel aber noch nicht.