Region (pm/tk) – Moore nehmen als natürlicher Kohlenstoffspeicher eine zentrale Rolle für den Klimaschutz ein. Jedoch führt die anhaltende Entwässerung in Deutschland zu einer Freisetzung von rund 53 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Die Stabilisierung des Wasserhaushalts von Mooren trägt somit maßgeblich zur Verminderung von klimaschädlichen Treibhausgasen bei.
Gleichzeitig sind intakte Moore wertvolle Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten. Sie speichern Wasser und helfen Landschaften widerstandsfähiger gegenüber Trockenheit sowie Starkregen zu machen.
Nicht nur in den kühl-feuchten Hochlagen des Schwarzwalds, sondern auch im klimatisch begünstigten Oberrheingraben kommen Moorböden vor. Alleine im Bereich zwischen Freiburg und Rastatt umfassen diese sogenannten Nieder- und Anmoore eine Flächendimension von über 25 Quadratkilometern.
Die Bedeutung dieser Moorböden für den natürlichen Klimaschutz soll jetzt genauer in den Blick genommen werden. Mit dem Start des Projekts MOOREO – Moorentwicklung in der Oberrheinniederung – legt der Verband Region Südlicher Oberrhein (Projektleitung) gemeinsam mit dem Verband Region Karlsruhe den Grundstein für eine nachhaltige Entwicklung der Moorgebiete in der badischen Oberrheinniederung zwischen Freiburg und Rastatt.
Innerhalb der nächsten vier Jahre werden diese Moorgebiete zunächst systematisch untersucht und die realistischen Möglichkeiten einer Wiedervernässung sowie die damit verbundenen Minderungsmöglichkeiten von Treibhausgas-Emissionen genauer betrachtet. In einem zweiten Schritt sollen gemeinsam mit den Akteuren vor Ort Grundlagen für konkrete Umsetzungsmaßnahmen auf freiwilliger Basis erarbeitet werden. Seit Kurzem bestehenden Förderprogrammen des Bundes zur Entwicklung und angepassten Nutzung von Mooren kommt hierbei eine zentrale Bedeutung zu.
„Die Nieder- und Anmoore der Oberrheinniederung sind bislang unterschätzte Ansatzpunkte, um Treibhausgas-Emissionen zu senken. Zusammen mit dem Ausbau der erneuerbaren Energieträger und der Steigerung der Energieeffizienz bildet die Wiedervernässung von Moorböden einen wesentlichen Beitrag unserer Regionen zur Erreichung der Klimaschutzziele“, betont Landrat Dr. Christoph Schnaudigel, Vorsitzender des Verbands Region Karlsruhe. Und er fügt hinzu: „Mit MOOREO schaffen wir eine wertvolle Grundlage, um die Entwicklung der Moore in der Oberrheinniederung langfristig, fachlich fundiert und im Konsens mit Flächeneigentümern und Nutzern zu gestalten.“
Das Projekt MOOREO wird gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg sowie das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz.