Mit dem Fahrrad zur WM: Karlsruher erfüllt sich Fan-Traum

18. Juni 2026 , 06:12 Uhr

Karlsruhe (dpa/tk) – Tausende Kilometer hat Jakob Alberti auf seiner Weltreise mit dem Fahrrad hinter sich gebracht. Für die Fußball-WM macht er einen Zwischenstopp.

Karlsruher auf Weltreise

Eine so lange und auch beschwerliche Anreise zum ersten WM-Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft dürfte kaum ein anderer Fan auf sich genommen haben. Der Karlsruher Jakob Alberti reist seit knapp zwei Jahren auf dem Fahrrad um die Welt – und legte für die DFB-Auswahl einen für ihn bedeutenden Zwischenstopp in den USA ein.

«Ich wollte immer schon mal zu einer Fußball-WM», erzählte der 26-Jährige im Gespräch der Deutschen Presse-Agentur in Houston. Das Weltereignis in den USA, Kanada und Mexiko habe «grob gepasst» in seine Reiseroute. «Da habe ich vor zwei Jahren gesagt, ich versuche auf jeden Fall, zur Fußball-WM zu radeln.» Die ungewöhnliche Reise hat längst das Interesse internationaler Medien geweckt.

Inzwischen hat Alberti eigenen Angaben zufolge 26.000 Kilometer hinter sich. Mit dabei sind nur wenige Taschen, auf seinem Rad kleben Aufkleber mit den Flaggen der bereisten Länder. Ein Höhepunkt der Reise? Lässt sich schwer benennen, sagte der Deutsche. «Es gibt auch viele Momente, in denen wenig passiert», in Wüsten etwa. «Aber es sind in diesen zwei Jahren so viele Dinge passiert, ich kann kein Highlight herauspicken», sagte er.

Emotionales WM-Spiel in Houston

Das 7:1 der DFB-Auswahl gegen Außenseiter Curaçao am vergangenen Sonntag in Houston sei dennoch sehr besonders gewesen. «Am Stadion einzuradeln, war mega emotional», sagte der 26-Jährige. «Ich habe mich einfach nur gefreut und die ganze Zeit gelacht.» Den Zwischenstopp erreicht zu haben, sei ein «extremes Gefühl» gewesen. «Richtig verarbeiten konnte ich es noch nicht», sagte Alberti.

Nach der WM soll die Reise weitergehen, die den Weltenbummler wieder zurück nach Karlsruhe führt. Während des Turniers bleibt das Rad aber erst einmal in Houston bei einer Gastfamilie. «Und dann werde ich dem deutschen Team so gut es geht hinterherreisen, mit dem Bus, Zug, Anhalter, vielleicht mal Flug», sagte er. «Vielleicht nehmen mich deutsche Fans mit.» Tickets für die weiteren Vorrundenspiele hat er bislang nicht. Sein Wunsch: «Hoffentlich werden wir Weltmeister.»

Fernweh hatte der Deutsche in den vergangenen Jahren praktisch immer. Alberti hat mehrere Austauschprogramme und ein Studium in den Niederlanden hinter sich. Die Idee zur Reise auf dem Rad um die Welt kam bei einem Film über ein ähnliches Abenteuer durch Afrika. «Ich fand das so interessant und habe gedacht: Ja, Fahrrad ist hervorragend», sagte er. «Man ist nicht zu langsam unterwegs, kommt in die Orte, wo sonst keiner ist.»

Heimweh sei auf den weiten Wegen kein größeres Problem. «Meine Freunde sind eh überall verteilt, das heißt, es ist für mich relativ normal, anzurufen oder zu schreiben», sagte er. «Man kann ja jederzeit zu Hause anrufen, wenn man das Bedürfnis hat.»

Anzeige
Deutschland DFB Fahrrad Fußball Houston Jakob Alberti Karlsruhe Pedale USA Weltreise WM

Das könnte Dich auch interessieren

18.06.2026 Schwerer Unfall mit Rettungswagen in Karlsruhe Karlsruhe (er24/tk) - Ein Rettungswagen auf Einsatzfahrt prallt mit einem Radfahrer zusammen. Der fliegt über die Frontscheibe und kracht mit dem Kopf zu Boden. 17.06.2026 Karlsruhe auf Platz 3 im bundesweiten Freibad-Ranking Karlsruhe/Frankfurt (pm/tk) - Wenn die Temperaturen nach oben klettern, zieht es wieder viele von Euch ins Freibad. Es verwandelt einen heißen Nachmittag in einen Kurzurlaub vor der eigenen Haustür. Karlsruhe belegt auch in diesem Jahr einen der vorderen Ränge im Ranking der besten Freibäder Deutschlands. 16.06.2026 Busfahrer in Karlsruhe fährt über Rot und erfasst Radfahrerin Karlsruhe (pol/tk) - Eine Radfahrerin wurde am Montagmorgen in Beiertheim-Bulach von einem Reisebus erfasst und schwer verletzt. 20.05.2026 KSC verliert David Herold: Linksverteidiger wechselt zu Borussia Mönchengladbach Karlsruhe (pm/svs) - David Herold hat sich beim Karlsruher SC in nur drei Jahren vom Herausforderer zum Stammspieler entwickelt. Jetzt geht der 23-Jährige den nächsten Schritt: Zur neuen Saison wechselt der Linksverteidiger in die Bundesliga zu Borussia Mönchengladbach. Möglich wird der Wechsel durch eine Ausstiegsklausel mit einer festgeschriebenen Ablösesumme.