Missbrauch von Notrufnummer nimmt weiter zu

10. Februar 2024 , 09:44 Uhr

Die Telefonnummern 112 und 110 sind nur für Notfälle gedacht – aber bloß knapp die Hälfte der Anrufer dieser Nummern bei Feuerwehr und Rettungsdienst sind in Baden-Württemberg hilflose Menschen. Das teilte das Innenministerium in Stuttgart am Freitag anlässlich des europäischen Notruftages 112 am 11. Februar mit.  Insgesamt seien im vergangenen Jahr mehr als zwei Millionen Notrufe bei den Leitstellen in Baden-Württemberg eingegangen.

Höchstwert bei Notrufmissbrauch

«Der Tag des europäischen Notrufs ist für mich einer der wichtigsten Aktionstage», sagte Innenminister Thomas Strobl (CDU). Bei der Polizei hätten im Jahr 2023 rund 87 Prozent der Anrufe zu einem Einsatz geführt, teilte das Ministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa mit. Für das Jahr 2022 verzeichnete das Innenministerium bei Anrufen der 112 und 110 mit 865 Fällen des Notrufmissbrauchs einen erneuten Höchstwert. Für 2023 zeichnet sich ebenfalls ein erneuter Anstieg der Fallzahlen ab. Wenn sich bei einem Anruf auf der 112 herausstellt, dass kein Notfall vorliegt, können die Anrufer an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 weitergeleitet werden.

Bedrohungslagen werden oft ausgedacht

Ein typischer Missbrauch wäre ein Notruf zu einer vermeintlichen Schlägerei, die sich bei Ankunft der Streife als nicht existent herausstellt. Oder es werden unter der 112 Verletzte gemeldet, die es gar nicht gibt. Die Einführung von zentralen Notrufnummern geht auf eine Stiftung zurück, die nach dem Tod des Jungen Björn Steiger bei einem Verkehrsunfall im Jahr 1969 gegründet wurde. Die Eltern des Jungen wollten ändern, dass längeres Warten auf einen Rettungsdienst damals in Deutschland weitverbreitet war. Sie gründeten eine Organisation, die bundesweit einheitliche Notrufnummern forderte. Danach wurde 1973 die Einführung der Notrufnummern 110 und 112 einheitlich für die Bundesrepublik Deutschland beschlossen.

Anzeige
110 112 Missbrauch Notruf

Das könnte Dich auch interessieren

31.12.2025 Mehr Menschen werden Opfer von K.-o.-Tropfen Region (dpa/jal) – Kurz beim Feiern nicht aufgepasst und schnell kann die fröhliche Partynacht zum Alptraum werden: Der Missbrauch von K.-o.-Tropfen macht der Polizei in Baden-Württemberg immer häufiger zu schaffen. Für 2025 rechne man sowohl bei der Zahl der Fälle als auch bei der Zahl der Opfer mit einem Anstieg, teilte eine Sprecherin des Innenministeriums mit. K.-o.-Tropfen 24.12.2025 Straftaten von Klimaaktivisten deutlich rückläufig Region (dpa/jal) – Sie kleben sich auf der Straße fest, blockieren Zufahrten, montieren Verkehrsschilder ab: Klimaaktivisten haben mit ihren illegalen Aktionen in den vergangenen Jahren auch in Baden-Württemberg für Aufsehen gesorgt. Die Zahl der politisch motivierten Straftaten von Klimaaktivisten im Land ist aber zwischenzeitlich deutlich zurückgegangen. Nach einem Höchststand im Jahr 2023 (insgesamt 239 Straftaten) setzt sich 20.12.2025 Karlsruhe - Schwerpunktkontrolle von VBK und Polizei in der Adventszeit Karlsruhe (pol/nr) - Während Karlsruhe schön weihnachtlich mehrere tausende Besucher empfängt bei seinen zahlreichen Weihnachtsmärkten plante die Polizei und die VBK zusammen eine Schwerpunktkontrolle in den Straßenbahnen und auch bei den Autofahrern. 23.11.2025 Feuer im Karlsruher Europabad sorgt für kurzen Schreckmoment Karlsruhe (er24/jal) – Kurzer Schreckmoment am Samstagnachmittag im Karlsruher Europabad: Gegen 13.15 Uhr kam es im Europabad in der Hermann-Veit-Straße in Karlsruhe zu einem Brandausbruch. Ein Großaufgebot an Einsatzkräften rückte an.