Baden-Württemberg (dpa/dk) – Mit Traktoren und Schleppern haben Milchbauern in Stuttgart vor dem Landwirtschaftsministerium demonstriert. Sie machten ihrem Ärger über die dramatisch gesunkenen Milchpreise Luft und warnten vor dem wirtschaftlichen Aus vieler Betriebe.
Nach Angaben der Polizei fuhren 15 bis 20 Traktoren direkt vor das Ministerium von Agrarminister Peter Hauk (CDU). Laut Veranstalter, dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter, waren im weiteren Umfeld rund 100 Schlepper abgestellt. Etwa 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen an der Kundgebung teil. Die Proteste verliefen friedlich.
Auslöser der Demonstration ist der starke Preisverfall bei der Milch. Aktuell erhalten die Milchbauern laut Verband rund 34 Cent pro Liter. Das seien etwa 20 Cent weniger als noch vor wenigen Monaten und liege deutlich unter den Produktionskosten.
Die Landwirte fordern von der Politik ein Krisenmanagement für den Milchmarkt sowie finanzielle Hilfen aus EU-Mitteln.
Während die Erzeuger unter Druck stehen, profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher von den niedrigen Preisen. Die Weltmarktpreise für Milchprodukte sind gefallen, unter anderem weil zuletzt mehr Milch an die Molkereien geliefert wurde und der Fettgehalt gestiegen ist.
Das zeigt sich auch im Handel: Butter ist derzeit so günstig wie lange nicht. Große Handelsketten haben die Preise mehrfach gesenkt. Ein 250-Gramm-Stück Deutscher Markenbutter der Eigenmarken kostet inzwischen weniger als einen Euro.
In den vergangenen Wochen hatten Landwirte immer wieder protestiert. Im Dezember kam es unter anderem zu Aktionen rund um die Lidl-Zentrale in Bad Wimpfen und an weiteren Standorten des Discounters. Zuletzt gab es auch Proteste gegen das EU-Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten. Die Bauern befürchten dabei eine starke Konkurrenz durch günstige Agrarimporte aus Südamerika.