Michelin verabschiedet sich 2025 aus Karlsruhe

28. November 2023 , 14:56 Uhr

Karlsruhe (dpa/dk) – Hiobsbotschaft für alle Michelin Mitarbeiter in Karlsruhe – der französische Reifenhersteller wird die Produktion in Karlsruhe, sowie an drei weiteren Standorten, bis 2025 einstellen. Und auch ein weiterer Bereich wird von der Fächerstadt nach Polen verlagert.

Einstellung der Produktion bei Michelin bis 2025

Der französische Reifenhersteller Michelin reagiert mit einem weitreichenden Stellenabbau auf steigende Produktionskosten und Konkurrenz aus Niedriglohnländern. Das Unternehmen werde die Produktion an den Standorten Karlsruhe und Trier sowie die Lkw-Neureifen- und Halbfabrikatfertigung im saarländischen Homburg bis Ende 2025 schrittweise einstellen. Das teilte das Unternehmen am Dienstag in Frankfurt mit. Davon seien insgesamt 1410 Beschäftigte in Deutschland betroffen. Zudem verlagere Michelin sein Kundenzentrum von Karlsruhe nach Polen. Das treffe weitere 122 Mitarbeiter.

Ursache für Michelin-Aus: Lkw-Billigreifen

Als Grund für den Stellenabbau gab Michelin den Import von Lkw-Billigreifen aus Niedriglohnländern und steigende Produktionskosten an, die das Unternehmen unter Druck setzten, Marktanteile schwinden ließen und die Wettbewerbsfähigkeit mindere. Der größte europäische Produktionsstandort von Michelin für die Runderneuerung von Lkw-Reifen in Homburg und das Pkw-Reifenwerk in Bad Kreuznach seien nicht betroffen, betonte das Unternehmen. Die Produktion an diesen Standorten werde fortgeführt.

Michelin: „Können Wettbewerbsdruck nicht ausgleichen“

«Das Engagement unserer Mitarbeitenden, die innerbetrieblichen Fortschritte und die Investitionen der vergangenen Jahre in die betroffenen Aktivitäten können den starken Wettbewerbsdruck nicht länger ausgleichen», sagte Maria Röttger, Präsidentin der Region Nordeuropa von Michelin. Das Unternehmen wolle die betroffenen Beschäftigten bei neuen beruflichen Wegen unterstützen, hieß es. Mit den Betriebsräten und der Gewerkschaft IG BCE liefen dazu Gespräche über Alternativen für die künftige Nutzung der betroffenen Standorte.

Erst kürzlich hatte der US-Konzern Goodyear angekündigt, die Reifenproduktion in Fürstenwalde einzustellen und sein Werk in Fulda zu schließen. Davon seien rund 1800 Arbeitsplätze betroffen

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