Meteorologen geben Kometen-Suchern im Südwesten gute Chancen

13. Oktober 2024 , 11:22 Uhr

Wer an den kommenden Abenden den Schweif eines vorbeiziehenden Kometen beobachten will, hat in Baden-Württemberg in der Nacht auf Montag die wohl besten Chancen. Dann sei es zwar voraussichtlich nicht völlig sternenklar, aber die Wolkenlücken seien am größten, teilte der Deutsche Wetterdienst in Stuttgart mit. «Es ist sicher nicht ganz hundertprozentig optimal, aber es gibt bestimmt Gebiete, wo man gut sehen kann», sagte ein DWD-Meteorologe. Nur wenige Chancen sieht er am Hochrhein, im Donautal und Oberschwaben. Deutlich besser könnte die Sicht in einem breiten Streifen vom Kraichgau über den Nordschwarzwald ins Hohenlohische werden.

Faustformel

In der Nacht zum Montag soll der Komet Tsuchinshan-Atlas nach Einschätzung von Fachleuten besser zu sehen sein als in den Vortagen. Jeweils nach Sonnenuntergang sollten sich Interessierte einen Platz mit guter Sicht zum Westhorizont – also ohne Bebauung – suchen. Dort leuchtet der Abendstern, der helle Planet Venus.

Streckt man den Arm ganz aus, liegt der Komet Tsuchinshan-Atlas gut zwei Fäuste rechts der Venus, wie Uwe Pilz von der Vereinigung der Sternfreunde erklärte. Ein mögliches Maß sei auch der Abstand zwischen Daumen und Kleinfinger der weit gespreizten Hand.

Licht des zunehmenden Mondes stört

Abend für Abend wird der Komet jeweils etwas höher und leichter zu sehen sein: Wenn die Dämmerung in die Nacht übergeht, bleibt er mit seinem langen Schweif noch sichtbar. Mit der Zeit wird Tsuchinshan-Atlas aber lichtschwächer, da er sich von Sonne und Erde entfernt. Zudem stört das Licht des zunehmenden Mondes. Am Donnerstag, den 17. Oktober, ist Vollmond.

«Die Sichtbarkeit mit dem freien Auge endet um den 25. Oktober herum, für Geübte unter einem dunklen Himmel vielleicht noch ein paar Tage später», sagte Pilz. Eine Karte des Sternfreunde-Vereins verdeutlicht, wo am Himmel der Komet jeweils zu entdecken ist.

Schmutziger Schneeball

Ein Komet ist ein kleiner Himmelskörper, der sich auf einer elliptischen Bahn um die Sonne bewegt und hauptsächlich aus Eis, Staub und Gestein besteht – oft werden Kometen darum «schmutzige Schneebälle» genannt. Sie entstehen in den kalten äußeren Regionen des Sonnensystems. Wegen der Wärme der Sonne verdampft ein Teil des Eises, der entstehende Dunst aus sonnenbeschienenem Staub und fluoreszierendem Gas bildet den sichtbaren Kometenkopf und den Schweif, der viele Millionen Kilometer lang sein kann.

Tsuchinshan-Atlas, auch bekannt als C/2023 A3, bewegt sich seit sehr langer Zeit auf die Sonne zu. Astronomen entdeckten ihn Anfang 2023 als winzigen Fleck in großen Teleskopen. Eine vergleichbare Helligkeit hatte zuletzt im Sommer 2020 der Komet Neowise (C/2020 F3).

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