Metaller-Tarifgespräche in NRW und Baden-Württemberg - Lohn im Fokus

07. Oktober 2026 , 04:42 Uhr
IG Metall und Arbeitgeber starten in die aktuellen Lohnverhandlungen. Kampfbereitschaft und Forderungen treffen auf Sorgen um Arbeitsplätze.

Gewerkschaft fordert 5 Prozent mehr Geld

Die ersten regionalen Verhandlungen in der deutschen Metall- und Elektroindustrie starten heute in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Die IG Metall geht mit einer Forderung nach 5 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten in die Gespräche. Ein Ausgleich der zuletzt stark angestiegenen Inflation gilt als Mindestziel. Betroffen sind bundesweit rund 3,7 Millionen Beschäftigte in so unterschiedlichen Branchen wie Auto, Maschinenbau, Elektrotechnik oder Rüstungsgüter.

Auto, Maschinenbau, Elektrotechnik, Waffen

In der Branche sind in Baden-Württemberg etwa 900.000 Personen beschäftigt. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall sieht keinen Verteilungsspielraum für eine üppige Lohnerhöhung und verweist auf die verschärfte Deindustrialisierung mit dem Verlust hunderttausender Arbeitsplätze in den vergangenen Jahren. Einer von mehreren Gründen dafür seien die hohen Lohnkosten.

Abschied von der 35-Stunden-Woche?

In Baden-Württemberg hatte im Vorfeld Mercedes-Benz noch eine Diskussion über die Arbeitszeit angestoßen und eine Rückkehr zu 40 Stunden Wochenarbeitszeit ohne Lohnausgleich ins Gespräch gebracht. Die 35-Stunden-Woche ist im Manteltarifvertrag geregelt. Dieser steht in der laufenden Tarifrunde aber nicht auf der Tagesordnung, weil er nicht gekündigt worden ist. Die aktuelle Runde ist eine reine Lohnrunde.

IG Metall fordert Arbeitgeberangebot

Die baden-württembergische IG Metall-Bezirksleiterin Barbara Resch forderte den regionalen Arbeitgeberverband Südwestmetall im Vorfeld zur Vorlage eines Angebots zum Verhandlungsauftakt auf. «In dieser Tarifrunde geht es um Anerkennung und sichere Arbeitsplätze zugleich.» Arbeitgeber-Verhandlungsführer Peter Krause sagte, die Industrie stehe unter gewaltigem Druck.

Sowohl in Baden-Württemberg als auch in NRW hatte die IG Metall im Vorfeld ihre Entschlossenheit betont. Die Friedenspflicht endet mit Ablauf des 31. Oktobers. Ab dann sind Warnstreiks möglich.

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