Mehr Menschen werden Opfer von K.-o.-Tropfen

31. Dezember 2025 , 11:32 Uhr

Kurz beim Feiern nicht aufgepasst und schnell kann die fröhliche Partynacht zum Alptraum werden: Der Missbrauch von K.-o.-Tropfen macht der Polizei in Baden-Württemberg immer häufiger zu schaffen. Für 2025 rechne man sowohl bei der Zahl der Fälle als auch bei der Zahl der Opfer mit einem Anstieg, teilte eine Sprecherin des Innenministeriums mit.

K.-o.-Tropfen Missbrauch steigt an

2024 waren die Fallzahlen noch auf einem Tief angelangt. Lässt man die Pandemie-Jahre, in denen es wenig Veranstaltungen gab, außen vor, wurden nach Angaben des Innenministeriums 2024 mit 127 Menschen so wenige Opfer von K.-o.-Tropfen verzeichnet wie in den vergangenen zehn Jahren nicht. K.-o.-Tropfen haben meist weder Geruch noch Geschmack, machen wehrlos und können schlimme Folgen haben. Die Taten laufen überwiegend nach demselben Schema ab: Die Täter schütten die Chemikalien in die Getränke ihrer Opfer. Die Substanzen wirken üblicherweise wie Drogen. Nach einigen Minuten wird den Opfern schwindelig, sie können nicht mehr klar denken und handeln und fühlen sich, als wären sie betrunken. Kurz darauf werden sie für Minuten oder auch mehrere Stunden bewusstlos.

Täter nutzen die Wehrlosigkeit aus

Die Täter nutzen diese Zeit für Sexualdelikte oder zum Ausrauben. Die Opfer, überwiegend Frauen, können sich hinterher häufig nicht mehr richtig daran erinnern. Die meisten K.-o.-Mittel können laut Innenministerium nur für wenige Stunden in Blut und Urin nachgewiesen werden. Besonders gefährlich sind die Mittel in Verbindung mit Alkohol oder anderen Drogen. Dann drohen laut Innenministerium erhebliche gesundheitliche Risiken, bis hin zur Todesgefahr.

Innenminister Thomas Strobl rät, Getränke nicht unbeaufsichtigt stehenzulassen. «Geben Sie es vertrauten Personen oder schütten es im Zweifel lieber weg», sagte der CDU-Politiker. K.-o.-Tropfen seien kein Spaß. «Wer sie einmal im Glas hat, wird oft Opfer sexueller Übergriffe und trägt nicht nur gesundheitliche, sondern auch ernsthafte psychische Folgen davon.»

In den vergangenen Monaten hatte es in Stuttgart mehrere mutmaßliche Fälle von K.-o.-Tropfen gegeben. Auf dem Cannstatter Volksfest erfasste die Polizei drei Verdachtsfälle, bei einer Halloween-Party in Stuttgart wurden zehn Menschen verletzt, und bei einer Motorsport-Veranstaltung klagten drei Menschen über Unwohlsein, Ohnmacht und Schwindel. In allen Fällen dauerten die Ermittlungen und die Laborauswertungen noch an, teilte das Innenministerium mit.

Bund verschärft die Regeln

2026 sollen die Regeln für die gefährlichen Substanzen verschärft werden. Der Bundesrat stimmte kurz vor Weihnachten einem Gesetz zu, das es verbietet, die Substanzen Gamma-Butyrolacton (GBL) und 1,4-Butandiol (BDO) auf den Markt zu bringen. Untersagt werden auch Handel und Herstellung. Bisher war GBL laut Innenministerium eine frei verkäufliche Industriechemikalie.

Und auch die Strafen für den Einsatz der Mittel soll nach Willen von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) deutlich verschärft werden. Wer die gefährlichen Mittel für eine Vergewaltigung oder einen Raub einsetzt, soll künftig mit mindestens fünf Jahren Freiheitsstrafe rechnen, wie aus einem Entwurf des Justizministeriums hervor. Dazu sollen K.-o.-Tropfen rechtlich als Waffe oder gefährliches Werkzeug eingestuft werden können. Auch Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) unterstützt den Vorstoß.

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