Mehr als 350 Städte und Gemeinden unterstützen Tempo-30-Initiative

03. Januar 2023 , 06:00 Uhr

Die von Augsburg, Ulm und Freiburg mitgegründete Initiative für mehr Tempo 30 in den Innenstädten findet mehr Unterstützer. Im Schnitt trete pro Werktag eine Kommune dem Projekt bei, berichtete ein Mitarbeiter der Initiative in Leipzig. Die Initiative «Lebenswerte Städte» wurde von den drei süddeutschen Großstädten sowie Aachen, Hannover, Leipzig und Münster ins Leben gerufen. Mittlerweile haben sich mehr als 350 weitere Städte, Gemeinden und Landkreise angeschlossen. In diesem Jahr wollen sie auch die Bürgerinnen und Bürger für das Anliegen gewinnen.

350 Kommunen

Im Dezember waren beispielsweise unter anderem in Baden-Württemberg die Gemeinde Westhausen dazugekommen. Die Initiative repräsentiert inzwischen eine breite Schicht von großen Städten wie Stuttgart oder Karlsruhe sowie kleineren Kommunen wie Leonberg. Auch parteipolitisch deckt die Initiative nahezu das gesamte Spektrum ab, viele Rathauschefs der beteiligten Städte kommen von den Unionsparteien.

Freie Entscheidung gefordert

Die Kommunen verlangen, dass sie selbst darüber frei entscheiden können, welche Geschwindigkeiten in den Orten erlaubt sind. Derzeit sehe die Straßenverkehrsordnung vor, dass 30 km/h nur bei konkreten Gefährdungen oder vor sozialen Einrichtungen wie beispielsweise Kitas und Schulen angeordnet werden könnten. Diese Geschwindigkeit soll nach Ansicht der Initiative künftig die Regel sein, wobei örtlich dann auch höhere oder niedrigere Beschränkungen möglich sein sollen.

Nach Angaben der Initiative sei derzeit im Bundesverkehrsministerium in Berlin «kaum Bereitschaft erkennbar, sich ernsthaft mit unserem Anliegen auseinanderzusetzen». Deshalb sei geplant, im Jahr 2023 neben der Arbeit auf politischer Ebene verstärkt in die Öffentlichkeit zu gehen. Ein Schwerpunkt sei dabei die Europäische Mobilitätswoche im September 2023. Es sollten möglichst viele Städte und Gemeinden dazu animiert werden, in dieser Woche Versuche mit Tempo 30 zu machen. Am 2. Februar soll dazu eine Online-Konferenz stattfinden, um diese Aktionen vorzubereiten.

Umweltbundesamt empfiehlt Tempo 30

Zuletzt hatte auch das Umweltbundesamt empfohlen, «deutschlandweit Tempo 30 als innerörtliche Regelgeschwindigkeit einzuführen». Eine Studie habe ergeben, dass dies «enorme Lärmentlastungen» der Bevölkerung zur Folge hätte. Auch manche Luftschadstoffe wie Stickoxide und Feinstaub würden dadurch in den Orten leicht zurückgehen.

Anzeige
350 Städte Initiative Karlsruhe Stuttgart Tempo 30

Das könnte Dich auch interessieren

02.11.2026 Friedlicher Jugendprotest in Karlsruhe - vereinzelte Chaoten in Stuttgart Baden-Württemberg (pm/tk) - Am Samstag haben fast 15.000 junge Menschen im Südwesten für ihre Zukunft demonstriert. Wie das Innenministerium mitteilte, wurde nur ein kleiner Teil davon gewalttätig. „Die ganz überwiegende Mehrheit hat sich friedlich verhalten. Über genau diese Mehrheit müssen wir zuerst reden.", so Minister Manuel Hagel. 30.10.2026 Innenminister Hagel: «Extremisten versuchen die Demos zu unterwandern» Baden-Württemberg (dpa/tk) - Die Vorbereitungen der Polizei auf die angekündigten Jugendproteste am Samstag sind aus Sicht von Innenminister Manuel Hagel keine Panikmache, «sondern unsere Pflicht». 28.10.2026 Gen-Z-Protest im Südwesten: Austausch mit französischen Behörden Kehl (dpa/tk) - In sozialen Netzwerken wird zu Halloween für Proteste mobilisiert, die sich an Krawallen in Frankreich orientieren. Welche Entwicklung die Polizei im Südwesten besonders aufmerksam verfolgt. 18.09.2026 A8 bei Pforzheim jetzt am Wochenende Richtung Stuttgart gesperrt Pforzheim (pm/svs) - Als wäre die A8 nicht schon Sorgenkind genug: Jetzt müssen sich Autofahrer am Wochenende wieder auf eine Vollsperrung einstellen. Zwischen Pforzheim-Süd und Heimsheim wird von Freitag bis Montag die Fahrbahndecke in Richtung Stuttgart erneuert. Alle Umleitungen findet ihr hier.