Lucha fordert: Jeder sollte Organspender sein

02. Juni 2022 , 15:35 Uhr

Am Samstag ist Tag der Organspende und noch immer gibt es viel zu wenige freiwillige Spender. Daher will Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha dem Beispiel der Schweiz folgen. Dort kommt jetzt grundsätzlich jeder als Organspender infrage, es sei denn, man widerspricht zu Lebzeiten ausdrücklich. Die Schweizer haben sich Mitte Mai, bei einer Volksabstimmung, mehrheitlich für diese Widerspruchslösung ausgesprochen. Bislang galt in der Schweiz wie in Deutschland statt der Widerspruchs- die Zustimmungslösung: Organe dürfen nur Menschen entnommen werden, die sich dazu bereit erklärt haben, etwa mit einem Organspendeausweis oder einem Eintrag in einem Online-Register.  

Radikaler Schwenk bei den Regeln muss her

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha sieht die niedrige Zahl von Organspendern mit Sorge und fordert einen radikalen Schwenk bei den dafür geltenden Regeln wie in der Schweiz. «Die Schweizerinnen und Schweizer haben sich bei einer Volksabstimmung Mitte Mai aus sehr guten Gründen für diese Widerspruchslösung ausgesprochen», sagte der Grünen-Politiker  in Stuttgart. Das Votum in der Schweiz von Mitte Mai sei ein «solidarischer Schulterschluss mit allen Patientinnen und Patienten, die dringend auf eine lebensverlängernde Organspende warten». Für diese Menschen wolle er erneut eine bundespolitische Debatte für eine Reform anstoßen.

In der Schweiz gilt die Widerspruchslösung

Bislang galt in der Schweiz wie in Deutschland statt der Widerspruchs- die Zustimmungslösung: Organe dürfen nur Menschen entnommen werden, die sich dazu bereit erklärt haben, etwa mit einem Organspendeausweis oder einem Eintrag in einem Online-Register. Das Register, das mit Verzögerung Ende des Jahres in Deutschland starten soll, ist ein Kernelement einer Reform, die der Bundestag 2020 nach längerer Debatte beschlossen hatte. Die Widerspruchslösung sieht dagegen vor, dass grundsätzlich jeder als Organspender infrage kommt, es sei denn, man widerspricht zu Lebzeiten ausdrücklich.

1046 Menschen aus dem Südwesten auf Warteliste für eine Organspende

Ende April 2022 standen laut Ministerium 1046 Menschen aus dem Südwesten auf der Warteliste für eine Organspende. Die Zahl der Organe, die zur Verfügung stehen, sinke aber dramatisch. Im ersten Quartal des Jahres wurden demnach in Deutschland 750 Organe von 239 Spendern transplantiert. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 1004 Organe von 324 Spendern. In Baden-Württemberg seien die Zahlen dagegen leicht gestiegen. Hier gab es von Januar bis April 40 Organspender (Vorjahr: 34 Spender). 120 Organe wurden in den ersten vier Monaten des Jahres entnommen (Vorjahr: 110).

Anzeige
Lucha Organspende schweiz Spender Spenderorgan Tag der Organspende

Das könnte Dich auch interessieren

06.06.2026 Tag der Organspende: Warum eine klare Entscheidung so wichtig ist Karlsruhe (pm/dk) - Mehr als 8.000 schwer kranke Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan. Gleichzeitig haben viele Menschen ihre persönliche Entscheidung zur Organspende nicht festgehalten. Zum Tag der Organspende erklärt Dr. Stephanie Hirner vom Städtischen Klinikum Karlsruhe, warum ein Gespräch mit Angehörigen so wichtig sein kann. 27.09.2025 Fast 900 Menschen hoffen im Südwesten auf ein Spenderorgan Karlsruhe (dpa/nr) - Im Südwesten warten etwa 900 Menschen auf ein Spenderorgan. Die Zahl der Organspender steigt leicht – dennoch bleibt der Bedarf weit höher als das Angebot. 10.07.2026 Autobahn war gesperrt: Schwerer LKW-Unfall auf der A5 bei Karlsruhe Karlsruhe (pol/ER24/dk) - Auf der A5 bei Karlsruhe-Durlach ist es am Freitagmittag zu einem schweren Verkehrsunfall gekommen. Ein Lastwagen krachte in das Heck eines Abschleppfahrzeugs. Der 65-jährige LKW-Fahrer wurde in seinem Führerhaus eingeklemmt und schwer verletzt. Die Autobahn musste für die Rettungs- und Bergungsarbeiten vollständig gesperrt werden. 10.07.2026 Demo gegen Sozialabbau in Karlsruhe: Bündnis ruft am Samstag auf den Festplatz Karlsruhe (pm/dk) - In Karlsruhe soll am Samstag ein deutliches Zeichen gegen Sozialabbau gesetzt werden. Ein breites Bündnis aus mehr als 20 Gewerkschaften, Sozialverbänden, Initiativen und zivilgesellschaftlichen Organisationen ruft zur Demonstration durch die Innenstadt auf.