Lichtverschmutzung nimmt stark zu: Immer weniger Sterne sichtbar

19. Januar 2023 , 12:01 Uhr

Lichtverschmutzung nimmt viel stärker zu als bisher erwartet. Die Folge: Wir sehen kaum noch Sterne am Nachthimmel. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Fachmagazin «Science» veröffentlichte Analyse deutscher Wissenschaftler.

Keine Sterne am Himmel

Die Forscher um Christopher Kyba, Experte am Deutschen Geoforschungszentrum GFZ in Potsdam und an der Ruhr-Universität Bochum, zeigten sich überrascht und besorgt. Für ihre Studie werteten sie Beobachtungen von 51 351 Menschen – vor allem in Europa und Nordamerika – zwischen 2011 bis 2022 aus. «Die Geschwindigkeit, mit der Sterne für Menschen in städtischen Umgebungen unsichtbar werden, ist dramatisch», betonte Kyba. Lichtverschmutzung bezeichnet die künstliche Aufhellung des Nachthimmels durch Lichtquellen wie Straßenbeleuchtung, angestrahlte Fassaden, Gebäude, Parks oder auch leuchtende digitale Werbeflächen. Sterne sind am aufgehellten Himmel kaum oder nicht erkennbar.

Sterne zählen

Pro Jahr nehme die Himmelshelligkeit im weltweit ermittelten Durchschnitt um 9,6 Prozent pro Jahr zu, fanden die Forscherinnen und Forscher nun heraus. Für Europa ergab sich 6,5 Prozent mehr Helligkeit pro Jahr, für Nordamerika ein Plus von 10,4 Prozent. Bleibe es bei dem globalen Durchschnitt von jährlich 9,6 Prozent mehr Himmelshelligkeit, bedeute das modellhaft: Ein Kind, das an einem Ort geboren wird, an dem bei seiner Geburt 250 Sterne sichtbar sind, wird dort an seinem 18. Geburtstag nur noch 100 Sterne sehen können.

Sterne überm Südwesten

In Deutschland gibt es nur noch wenige Stellen, wo man wirklich ungetrübten Blick auf den Nachthimmel hat. Im Südwesten gibt es den Sternenpark Schwäbische Alb. Nur dort ist künstliche Beleuchtung weit genug entfernt, um die Milchstraße in ihrer ganzen Pracht zu erleben. Auch einen guten Blick hat man auf dem Feldberg – dem höchsten Berg im Schwarzwald. Noch bessere Sicht auf die Weiten des Alls hat man in den Sternenparks Westhavelland in Brandenburg, dem Nationalpark Eifel und dem UNESCO-Biosphärenreservat Rhön im Grenzgebiet von Hessen, Bayern und Thüringen.

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