Bretten (pm/tk) – Ein besonderes Erlebnis erwartet euch am kommenden Freitag auf dem Brettener Marktplatz. Ab 20 Uhr erstrahlen Projektionen aus Licht, Farbe und Videowelten an der Fassade des Melanchthonhauses.
Lichtkünstler Jürgen Scheible wird mit seinen Kreationen das diesjährige Ausstellungsmotto „Wir müssen reden“ dramatisch beleuchten. Ein Highlight sind dabei KI-generierte Videoclips, die Schülerinnen und Schüler im Rahmen von Workshops entwickelt und gestaltet haben. Die jungen Leute haben zusammen mit der gemeinnützigen Digitalwerkstatt tecspaze Themen der aktuellen Sonderausstellung zu Melanchthon und Faust in moderne mediale Formate übertragen und mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen verbunden.
Die Ausstellung „Wir müssen reden“ bringt zwei Zeitgenossen aus dem 16. Jahrhundert ins Gespräch, die auf den ersten Blick wie Gegenspieler wirken: den Reformator Philipp Melanchthon und Johann Georg Faust, den die Überlieferung als Zauberkünstler, Astrologen und Wunderdoktor vorstellt. Er wurde durch Goethe zum Urtypen des rastlosen Geehrten.
Melanchthon aus Bretten und Faust aus Knittlingen sind nicht nur in Nachbarschaft geboren. Sie verbindet auch ein gewaltiger Wissensdurst. Und zugleich sind sie so verschieden: während es für Faust keine Grenzen des Erlaubten gibt und er sein Wissen nur für sich selbst nutzt, hat für Melanchthon alles Wissen der Gemeinschaft zu dienen. Grenzen sind dabei zu wahren.
Angesichts unglaublicher Fortschritte in den Wissenschaften, in der Atomphysik, Medizin oder Künstlichen Intelligenz, ist die Frage, wie weit wir gehen dürfen und sollen, heute mindestens genauso aktuell wie damals. Darüber müssen wir reden.
Die Sonderausstellung, Gemeinschaftsprojekt von Melanchthonhaus Bretten und Faust-Museum Knittlingen kann bis zum 8. November besucht werden. Weitere Infos zu Führungen und Angebite findet Ihr unter www.melanchthon.com