Baden-Württemberg (dpa/dk) – Gut sechs Wochen vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg zeichnet sich Bewegung in der Wählergunst ab. Eine aktuelle Umfrage zeigt: Die Grünen konnten ihren Rückstand zur CDU verkleinern. Die Christdemokraten bleiben aber weiterhin klar auf Platz eins.
Wäre am kommenden Sonntag Landtagswahl, kämen die Grünen auf 23 Prozent der Stimmen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des Südwestrundfunks und der „Stuttgarter Zeitung“ hervor.
Die CDU liegt mit 29 Prozent weiterhin an der Spitze. Der Abstand zwischen beiden Parteien beträgt damit nur noch sechs Prozentpunkte – so wenig wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr.
Bei der vorherigen Umfrage im Oktober lagen die Grünen noch bei 20 Prozent, die CDU ebenfalls bei 29 Prozent.
Die AfD muss laut Umfrage leichte Verluste hinnehmen. Sie käme aktuell auf 20 Prozent und rutscht damit auf Platz drei. In der Oktober-Umfrage lag sie noch bei 21 Prozent.
Auch die SPD verliert an Zustimmung und erreicht nur noch 8 Prozent. Das sind zwei Prozentpunkte weniger als bei der letzten Umfrage.
Die FDP liegt unverändert bei fünf Prozent und müsste damit weiter um den Einzug in den Landtag bangen.
Die Linke bleibt stabil über der Fünf-Prozent-Hürde und käme auf sieben Prozent. Damit könnte sie erstmals in den baden-württembergischen Landtag einziehen.
Viele Regierungsoptionen ergeben sich aus den aktuellen Zahlen nicht. Eine Mehrheit hätte nur eine Neuauflage der grün-schwarzen Koalition, diesmal allerdings unter Führung der CDU.
Eine sogenannte Deutschlandkoalition aus CDU, SPD und FDP hätte der Umfrage zufolge keine Mehrheit im Landtag.
Zum Vergleich: Bei der Landtagswahl im März 2021 erreichten
Die Umfrage ist die erste seit einigen Monaten und wurde mit Spannung erwartet. Seit der letzten Befragung im Oktober hat der Wahlkampf deutlich an Fahrt aufgenommen, vielerorts hängen bereits Wahlplakate.
Bei der Landtagswahl am 8. März geht es auch um die Nachfolge von Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der nach drei Amtszeiten nicht mehr antritt. Kandidaten für das Amt sind Manuel Hagel (CDU) und Cem Özdemir (Grüne). Auch die AfD tritt mit einem eigenen Kandidaten an, hat jedoch keine realistischen Chancen auf das Amt, da keine andere Partei mit ihr koalieren will.
Für die repräsentative Umfrage wurden 1.168 Wahlberechtigte in Baden-Württemberg zwischen dem 14. und 20. Januar befragt. Die Fehlertoleranz liegt zwischen zwei und drei Prozentpunkten. Wahlumfragen sind grundsätzlich mit Unsicherheiten behaftet.