KVV wächst weiter: Pforzheim und der Enzkreis treten dem Verkehrsverbund bei

21. Januar 2026 , 13:26 Uhr

Pforzheim/Karlsruhe (pm/dk) – Der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) wird deutlich größer. Mit dem Beitritt des Landes Baden-Württemberg, der Stadt Pforzheim und des Enzkreises entsteht ein neuer gemeinsamer Nahverkehrsraum für knapp zwei Millionen Menschen – von der Pfalz bis vor die Tore Stuttgarts. Ein Schritt, der den öffentlichen Nahverkehr in der Region langfristig einfacher, vernetzter und moderner machen soll.

Neuer Verbundraum für fast zwei Millionen Menschen

Durch die Integration des bisherigen Verkehrsverbunds Pforzheim-Enzkreis (VPE) wächst der KVV auf über 4.000 Quadratkilometer. Der neue Verbundraum reicht von der Pfalz über Karlsruhe bis in den Raum Pforzheim und an den Rand der Metropolregion Stuttgart.

Das Land Baden-Württemberg, die Stadt Pforzheim und der Enzkreis sind dafür offiziell dem Gesellschafterkreis des KVV beigetreten.

Ein Meilenstein für den Nahverkehr

Der Gesellschafterbeitritt wurde am 18. Dezember 2025 notariell beurkundet. Der Prozess hatte bereits im Februar 2025 mit einer gemeinsamen Absichtserklärung begonnen und konnte innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden.
Mit der Aufsichtsratssitzung am 20. Januar 2026 hat die neue Verbundstruktur nun offiziell ihre Arbeit aufgenommen.

Mehr Service, einheitliche Standards und digitale Lösungen

Mit dem größeren Verbund sollen auch die Angebote vereinheitlicht werden: Geplant sind verbindliche Qualitätsstandards in der Kundenbetreuung, einheitliche Tarife im gesamten Gebiet sowie der weitere Ausbau digitaler Mobilitätsangebote wie der KVV.regiomove-App.

Verkehrsminister Winfried Hermann sieht darin klare Vorteile für die Fahrgäste:
„Die Einbindung des Verkehrsverbunds PforzheimEnzkreis (VPE) in den Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) bringt viele Vorteile für die Fahrgäste: Von Bad Herrenalb bis Vaihingen und von Bretten bis Renningen gibt`s einen besseren Service, einen professionelleren Vertrieb und modernere digitale Angebote. Es ist sinnvoll, dass sich die kleinen Verbünde den größeren anschließen. Denn kleinräumige Verbünde passen nicht zu den größeren Mobilitätsbedürfnissen von heute. Der gelungene Prozess zeigt auch: Wenn alle an einem Strang ziehen, gelingen Verbundzusammenschlüsse selbst in kurzer Zeit.“

Region rückt enger zusammen

Auch der Karlsruher Oberbürgermeister und KVV-Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Frank Mentrup betont die Bedeutung des Zusammenschlusses für die gesamte Region:
„Mit dem Beitritt von Pforzheim und dem Enzkreis übernehmen wir gemeinsam Verantwortung für den leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehr in einem Lebensraum, in dem die Menschen über Wirtschaft, Kultur, Soziales und auch ganz persönlich über ihre Familien und Freunde bereits aufs Engste vernetzt sind. Die Region gewinnt damit an Attraktivität und Zukunft.“

Enge Zusammenarbeit als Grundlage

Für den Enzkreis war vor allem die gute Zusammenarbeit entscheidend. Landrat Bastian Rosenau erklärt:
„Dem Beitritt vorausgegangen ist eine langjährige und vertrauensvolle Kooperation. Sie hat ermöglicht, dass die notwendigen Schritte im Vorfeld ohne große Geräuschkulisse erfreulich reibungslos vollzogen werden konnten. Der Fahrplan dafür war eng getaktet, wurde aber ohne Verzögerungen eingehalten. Für die konstruktive Zusammenarbeit danke ich ausdrücklich allen Beteiligten.“

Vorteile für Pendler und Freizeitreisende

Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch sieht den Beitritt als klaren Gewinn für die Stadt:
„Auch für die Stadt Pforzheim ist der Beitritt zum KVV ein großer Gewinn: Als Oberzentrum zwischen Schwarzwald, Rheinebene und Metropolregion Stuttgart kommt uns eine wichtige Brückenfunktion im regionalen Mobilitätsnetz zu. Gerade für die vielen Pendlerinnen und Pendler aus und nach Pforzheim, aber auch für Freizeitreisende bedeutet der größere Verbundraum eine spürbare Erleichterung im Alltag.“

Von der Absicht zur Umsetzung

KVV-Geschäftsführer Prof. Dr. Alexander Pischon blickt auf die nächsten Schritte:
„Mit der notariellen Unterzeichnung und der Aufsichtsratssitzung ist der Übergang von der Absicht zur Umsetzung gelungen. Der KVV kann damit als noch leistungsfähigere Plattform dienen, um Verbundstrukturen gemeinsam zu gestalten und zukunftsfähige Lösungen im öffentlichen Nahverkehr umzusetzen.“

Was Fahrgäste jetzt wissen müssen

Kurzfristig ändert sich für Fahrgäste nichts. Bestehende Tickets und Abonnements behalten in ihrem jeweiligen Tarifgebiet ihre Gültigkeit.
Die Harmonisierung von Tarifen, Vertrieb und Kundenservice erfolgt schrittweise. Ein neuer, einheitlicher Tarif im erweiterten KVV-Gebiet ist aktuell für Dezember 2026 vorgesehen. Über konkrete Änderungen sollen Fahrgäste frühzeitig informiert werden.

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