Karlsruhe (dk) – Sieben Monate nach dem verheerenden Brand öffnet der Seegugger in Rheinstetten wieder. Noch ist vieles provisorisch, doch zum 1. Mai sollen Gäste wieder am See sitzen, etwas trinken, essen und ein Stück des alten Seegugger-Gefühls zurückbekommen.
Am 25. September vergangenen Jahres wurde Inhaber Harald Sieder mitten in der Nacht von der Polizei geweckt. Die Nachricht: Der Seegugger steht in Vollbrand.
Sieder fuhr zum Gelände und sah, dass von dem Biergarten kaum noch etwas übrig war. Er sagt im Interview:
„Es ist also so, dass von dem ganzen Seegugger nicht mehr viel übrig war, außer ein Restteil der Toilette und drei Kühlwägen. Sonst war alles nichts. Alles war weg.“
Zerstört wurden unter anderem die Bar, eine Verkaufstheke, Grill, Pizzeria, Eisdiele, Café und die Spülstraße. Auch die Verkleidungen und Verglasungen wurden durch das Feuer vernichtet.
Die Bilder aus dieser Nacht hat Sieder noch immer im Kopf. Besonders ein Foto der Feuerwehr, aufgenommen von der anderen Seite des Sees, ist ihm geblieben.
„Da sind also 15 Meter hohe Flammen. Die waren genauso hoch wie die Bäume hier. Das war schon heftig.“
Nach dem Brand wurde der direkte Brandschaden beseitigt. Kontaminierter Boden wurde abgefahren, zerstörte Bereiche wurden abgerissen oder gereinigt. Was vorher ein beliebter Treffpunkt war, sah danach lange trostlos aus.
Sieder beschreibt den Seegugger vor dem Feuer als Ort, an dem sich viele wohlgefühlt haben:
„Die Leute waren haben sich hier wohlgefühlt und es war immer für die ein kleiner Urlaub.“
In den vergangenen Monaten wurde auf dem Gelände wieder gearbeitet. Die übrig gebliebenen Garnituren wurden aufgestellt, dazu kamen Tische, Stühle, neue Bierbänke und Holzschnitzel auf dem Boden.
Zum 1. Mai soll der Seegugger wieder öffnen. Geplant ist ein DJ, außerdem gibt es eine provisorische Bar und einen Imbisswagen. Das Angebot ist zunächst deutlich kleiner als früher. Weil aktuell keine ausreichenden Möglichkeiten zum Spülen vorhanden sind, muss der Betrieb in dieser Saison zunächst mit Einweggeschirr und Fingerfood laufen.
Wie es nach dieser Saison weitergeht, ist unklar. Sieder sagt, dass die weitere Zukunft in erster Linie von der Stadt abhänge. Grundsätzlich gebe es die Bereitschaft, weiterzumachen.
Gleichzeitig sei noch keine Entscheidung getroffen worden. Es gebe vertragliche Fragen, die noch offen seien. Nach aktuellem Stand geht Sieder davon aus, dass der Seegugger zum Saisonende am 15. Oktober das Gelände räumen und die Anlage zurückbauen müsste.
„Wenn es möglich ist, würden wir gern weitermachen.“
Trotz der offenen Zukunft blickt Sieder auf den Neustart. Er hofft auf einen schönen Tag zur Wiederöffnung und darauf, dass die Gäste den provisorischen Seegugger annehmen.
„Wir sind echt bemüht, da noch ein bisschen was draufzusetzen, damit es einfach noch wieder das ursprüngliche Flair so ein bisschen wieder zurückkehrt!“