Karlsruhe (dpa/dk) – Acht Punkte, 20 Gegentore und sechs Niederlagen aus den letzten acht Spielen: Beim Karlsruher SC läuft es aktuell alles andere als rund. Der Umbruch unter Trainer Maximilian Senft kommt nur schleppend voran. Am Samstagabend (31. Oktober) wartet mit dem 1. FC Heidenheim der nächste schwierige Gegner. Und ausgerechnet jetzt fällt auch noch Abwehrchef Marcel Franke aus.
Die Ausgangslage vor dem Baden-Württemberg-Duell könnte kaum unterschiedlicher sein. Während der 1. FC Heidenheim mit 15 Punkten knapp hinter den Aufstiegsplätzen steht, steckt der Karlsruher SC mit nur acht Zählern auf dem vorletzten Tabellenplatz der 2. Bundesliga fest.
Dabei sollte in Karlsruhe nach dem Sommer eigentlich alles besser werden. Nach sechseinhalb Jahren hatte sich der Verein von Trainer Christian Eichner getrennt und mit Maximilian Senft einen Neuanfang gestartet. Elf Neuzugänge kamen dazu, der Spielstil sollte laufintensiver, offensiver und attraktiver werden.
Doch bislang geht der Plan nur selten auf. Zwar zeigte der KSC phasenweise guten Fußball, die Ergebnisse blieben allerdings aus. Zuletzt kassierten die Karlsruher sechs Niederlagen aus acht Spielen.
Besonders bitter war das 1:6 beim 1. FC Magdeburg. Auch im DFB-Pokal gab es zuletzt eine Enttäuschung: Gegen Borussia Mönchengladbach verlor der KSC mit 0:2 und schied aus.
Ein besonders großes Problem ist die Abwehr. Nach neun Spieltagen hat der KSC bereits 20 Gegentore kassiert – so viele wie kein anderes Team der 2. Bundesliga.
Und vor dem Heimspiel gegen Heidenheim verschärft sich die Situation weiter. Abwehrchef Marcel Franke fällt krankheitsbedingt aus. Der 33-jährige Innenverteidiger könnte sogar das darauffolgende Auswärtsspiel beim VfL Bochum am 8. November verpassen.
Ob die zuletzt fehlenden Abwehrspieler Sebastian Jung und Heliton wieder in den Kader zurückkehren, ist noch offen. Beide konnten Teile des Mannschaftstrainings absolvieren. Eine Entscheidung soll erst nach dem Abschlusstraining fallen.
Trotz der schwierigen Tabellenlage möchte KSC-Trainer Maximilian Senft noch nicht von einem Abstiegskampf sprechen. Dafür sei die Saison noch zu lang.
„25 Spiele haben wir noch vor der Nase. Das ist noch wirklich ein ganz, ganz großer Teil“, erklärte der 37-Jährige vor dem Duell gegen Heidenheim.
Dass die Situation ernst ist, weiß aber auch Senft.
„Wir laufen hier nicht naiv durch die Türen und sagen Friede, Freude, Eierkuchen, wir singen und tanzen jeden Tag und umarmen uns. Also es wird schon alles gut, wenn wir einfach nur daran glauben, sondern wir arbeiten hart daran.“
Der Trainer fordert vor allem Geduld und gemeinsame Arbeit. Schnelle Lösungen erwartet er nicht: „Das Wichtige ist hier, nicht naiv zu glauben, man kann mit dem Zauberstab schwenken.“
Neben den Problemen in der Defensive läuft es auch bei einigen Offensivspielern noch nicht wie erhofft.
Besonders Louey Ben Farhat und Lilian Egloff konnten bislang nicht an ihre besten Leistungen anknüpfen. Ben Farhat, der künftig für den SC Freiburg spielen wird, hatte mit seiner Transfersituation zu tun. Egloff wurde in der Vergangenheit immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen.
Senft nimmt beide Spieler in Schutz. „Es ist nicht so, dass das Geräte sind, in die man was reintippt und wo was rauskommt.“
Auch Sportdirektor Timon Pauls hatte bereits vor einigen Wochen betont, dass der große Umbruch Zeit brauche. Die Mannschaft müsse sich erst an den komplett neuen Spielstil gewöhnen.
Die Geduld der Fans wird allerdings zunehmend auf die Probe gestellt.
Bei der deutlichen 1:6-Niederlage in Magdeburg hatten einige KSC-Anhänger das Stadion bereits vor dem Schlusspfiff verlassen. Nach dem Pokal-Aus gegen Borussia Mönchengladbach entschuldigte sich Trainer Senft bei den rund 4.000 mitgereisten Fans.
Im Heimspiel gegen Heidenheim dürfte die Mannschaft deshalb besonders unter Beobachtung stehen. Mindestens 28.000 Zuschauer werden im BBBank Wildpark erwartet, darunter rund 2.000 Fans aus Heidenheim.
Während Karlsruhe nach seiner Form sucht, läuft es beim 1. FC Heidenheim deutlich besser. Die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt hat sich nach dem Abstieg aus der Bundesliga wieder gefangen und steht mit 15 Punkten in Reichweite der Aufstiegsplätze.
Senft lobte vor der Partie besonders die Beständigkeit der Heidenheimer. „Es ist ja einfach eine unglaublich konsistente Geschichte im europäischen Fußball, wenn man sich Heidenheim ansieht.“
Für ein Wiedersehen im Wildpark sorgen gleich drei ehemalige Karlsruher: Budu Siwsiwadse, Mikkel Kaufmann und Jonas Föhrenbach stehen inzwischen bei Heidenheim unter Vertrag.
Auch beim FCH lief zuletzt nicht alles perfekt. Beim 1:1 gegen Energie Cottbus ließ die Mannschaft zahlreiche Torchancen liegen. Trainer Frank Schmidt zeigte sich darüber frustriert. Seine Mannschaft habe sich im Training anschließend „den Frust von der Seele geballert“.
Das Baden-Württemberg-Duell zwischen dem Karlsruher SC und dem 1. FC Heidenheim findet am Samstag, 31. Oktober 2026, um 20:30 Uhr im BBBank Wildpark statt.
Die Partie wird live bei Sky übertragen.