Karlsruhe (pm/dk) – Die Diskussion um den angekündigten Trainerwechsel beim Karlsruher SC geht weiter. Jetzt hat sich der Verein offiziell zu einer Online-Petition geäußert, die seit dem Wochenende für Aufmerksamkeit sorgt. Der KSC betont dabei Gesprächsbereitschaft – kritisiert aber klar die Art und Weise, wie in der Petition mit Verantwortlichen umgegangen wird.
Der Karlsruher SC hat auf mehrere Medienanfragen zu einer Online-Petition reagiert. In einer öffentlichen Stellungnahme äußerte sich Präsident und Beiratsvorsitzender Holger Siegmund-Schultze zu der Aktion, die nach dem am Mittwoch bekanntgegebenen Trainerwechsel im Sommer gestartet wurde.
Der KSC erklärte, Transparenz und die Wahrnehmung der Meinung von Fans und Mitgliedern seien dem Club „ausgesprochen wichtig“. Deshalb habe der Verein den Initiator der Petition, Lasse Lehning, für ein Gesprächsangebot kontaktiert.
Holger Siegmund-Schultze sagte: „Unser Anspruch ist es, dass wir als Club unterschiedliche Perspektiven konstruktiv zusammenführen wollen.“
Die Petition wurde auf der Plattform change.org von Lasse Lehning gestartet. In dem Text beschreibt sich Lehning als langjährigen KSC-Fan aus Karlsruhe und ruft dazu auf, sich für den Verbleib von Christian Eichner und Marvin Wanitzek einzusetzen.
In der Petition heißt es unter anderem, mit Christian Eichner und Marvin Wanitzek habe der KSC „eine einzigartige Vereinsidentität im deutschen Fußball geschaffen“. Gleichzeitig wird die Sorge geäußert, dass diese Identität durch die aktuelle Entwicklung verloren gehen könnte.
Deutlich wird die Petition vor allem bei der Kritik an der Vereinsführung. Dort wird die Entscheidung von Mario Eggimann und Michael Becker gegen Zlatan Bajramović und Christian Eichner scharf angegriffen. Der Verfasser schreibt, diese Schritte seien „bis heute mit keinem sachlichen und nachvollziehbaren Grund gerechtfertigt“ worden.
Außerdem wird das vom Verein genannte Argument neuer „Impulse“ ausdrücklich infrage gestellt. In der Petition wird dabei auf die Verunsicherung der Mannschaft verwiesen. Auch die mögliche Zukunft von Marvin Wanitzek wird als zentrales Thema genannt.
Besonders weit geht die Forderung am Ende des Textes: Dort wird die „Entlassung oder Freistellung von Mario Eggimann und Michael Becker“ verlangt.
Genau an diesem Punkt setzt nun die Kritik des Vereins an. Präsident Siegmund-Schultze erklärte, der KSC erwarte bei aller Emotionalität einen respektvollen Umgang mit den handelnden Personen im Club.
„Dies ist unserer Ansicht nach bei der vorliegenden Petition nicht der Fall, indem unsere beiden Geschäftsführer öffentlich diskreditiert werden und deren Freistellung gefordert wird“, sagte er.
Der Karlsruher SC stellt sich in seiner Stellungnahme klar hinter die Verantwortlichen. Die getroffenen Entscheidungen seien laut Siegmund-Schultze das Ergebnis „intensiver und verantwortungsvoller Abstimmungsprozesse auf Grundlage umfassender Analysen unter Einbeziehung der zuständigen Gremien“.
Weiter sagte der Präsident: „Der KSC verwahrt sich ausdrücklich dagegen, den verantwortlichen Geschäftsführern öffentlich die Kompetenz und die Ernsthaftigkeit bei der Entscheidungsfindung abzusprechen.“