KSC-Kapitän Jerôme Gondorf über seine Fußballerfamilie, sein Vorbild und den Start der neuen Saison

22. August 2021 , 12:01 Uhr

Karlsruhe (lk) – Jeden Sonntag trifft Martin Wacker prominente Persönlichkeiten aus der Region. Diesmal war der Kapitän des Karlsruher SC Jerôme Gondorf zu Gast. Jerôme ist gebürtiger Karlsruher und startete seine Fußballkarriere beim TSV Palmbach. In den Profifußball schaffte er es mit dem SV Darmstadt. Über die erfolgreiche Zeit bei Darmstadt und Stationen in Bremen und beim SC Freiburg spricht er ausführlich. Natürlich dreht sich auch vieles um den aktuellen Saisonstart der Blau-Weißen und wie es dazu kam, dass er vom Südbadischen wieder ins Nordbadische wechselte.

Fünf Fußballerbrüder aus Karlsruhe

Jerôme Gondorf stammt aus einer Fußballerfamilie. Der Kapitän des Karlsruher SC hat vier Brüder, die allesamt aktiv im Verein Fußball spielen. Sein großes Vorbild im Jugendalter war Thomas „Icke“ Häßler – von ihm hatte er sogar ein Poster im Kinderzimmer hängen. Mit dem Kicken hat der Mittelfeldspieler im Alter von 7 Jahren beim TSV Palmbach angefangen und ist zehn Jahre später das erste Mal beim KSC gelandet. Den ersten Profivertrag erhielt der Mittelfeldspieler allerdings bei den schwäbischen Nachbarn – den Stuttgarter Kickers. Nach drei Jahren in der Landeshauptstadt gelang ihm dann mit Darmstadt 98 der Durchmarsch von der Dritten Liga in die Erste Bundesliga. Es folgten weitere Stationen in Bremen und Freiburg, bevor es Gondorf 2020 zurück in die Heimat verschlagen hat.

Mentalität trifft auf Regionalität

Im aktuellen Kader des KSC stehen mit Gondorf insgesamt sieben gebürtige Karlsruher. Somit trifft aktuell Mentalität auf Qualität und Regionalität. „Auf Profiniveau in der Heimat bei einem Traditionsclub zu spielen, da steckt man einfach ein bisschen mehr Herzblut rein. Wir versuchen für den Erfolg und die Zukunft des Vereins alles zu geben.“ Als Spieler geprägt hat den 33-Jährigen ebenfalls eine Karlsruher Legende: Dirk Schuster. Von 1991 bis 1997 stand Schuster für die Blau-Weißen auf den Platz. Als Trainer hat er später Jerôme Gondorf von Stuttgart mit nach Darmstadt genommen. „Schuster hat mich zu dem Spieler gemacht, der ich heute bin. Er fordert einen unbändigen Willen ein. Das hat mich gefördert und dafür bin ich ihm ewig dankbar.“

Amateurverein in der Bundesliga

Nach seiner Zeit in Darmstadt hat es Jerôme zunächst an die Weser verschlagen. Bei Werder Bremen schnupperte der Mittelfeldspieler weiter Bundesligaluft. „Relativ platt gesagt war dort alles größer, alles professioneller und gar nicht mal unpersönlicher. Mir war relativ schnell klar, das ich dort spielen möchte. Es hat sportlich, aber auch privat mit meiner Frau in der Stadt ganz gut gepasst.“ Den Schritt nach Bremen habe er niemals bereut. Doch nach nur einer Saison ging es für Gondorf zurück ins Badische zum SC Freiburg. „Das ist eigentlich ein Amateurverein in der Ersten Liga. Dort kennt Jeder Jeden. Es ist sehr familiär und das macht den Verein aus.“ Auch Trainer Christian Streich steht für Kontinuität und Stabilität – und ist einfach Kult!

Körper und Geist im Einklang

Mit dem KSC ist Jerôme jetzt richtig gut in die aktuelle Saison gestartet. Das sei möglich gewesen, weil die Basis der Mannschaft erhalten blieb, so Gondorf. „Wir haben wenige vom Stammspieler-Konstrukt hergeben müssen und haben uns zusätzlich sehr gut ergänzt.“ Dieser Zusammenhalt macht sich derzeit auch in der Spielweise bemerkbar. Von der Ruhe, die der Verein momentan ausstrahlt, profitiere jeder – die Spielern, der Trainer, die Fans bis hin zu den Mitarbeitern im Verein. Mit dieser Ruhe und Ausgeglichenheit überzeugt das Team aktuell auf dem Rasten. Kapitän Gondorf befasst sich auch privat viel mit Ausgeglichenheit, mentaler Stärke und Selbstfindung. „Klar im Kopf zu sein ist für mich nicht nur als Privatperson wichtig, sondern auch als Fußballer. Dadurch ist es einfacher mit dem hohen Druck umzugehen.“

Anzeige

Das könnte Dich auch interessieren

04.02.2026 art karlsruhe 2026: 125 Jahre Kunst im Dialog von gestern bis heute Karlsruhe (pm/dk) - Karlsruhe wird im Februar erneut zum Treffpunkt der Kunstwelt. Vom 5. bis 8. Februar 2026 öffnet die art karlsruhe ihre Tore und präsentiert mit rund 180 Galerien aus 18 Ländern ein breites Spektrum aus 125 Jahren Kunstgeschichte – von der klassischen Moderne bis zu aktuellen, digitalen Positionen. 04.02.2026 Auseinandersetzung auf dem Karlsruher Marktplatz: Mann verletzt Karlsruhe (pm/dk) - Drei junge Männer treffen sich in der Karlsruher Innenstadt – wenig später endet die Begegnung im Krankenhaus. Nach einer Auseinandersetzung auf dem Marktplatz ist ein 28-Jähriger mit Stichverletzungen verletzt worden. 04.02.2026 Stadthalle auf der Zielgeraden: Erste Veranstaltungen schon im Frühjahr Karlsruhe (pm/dk) - Nach Jahren der Modernisierung gibt es gute Nachrichten aus der Karlsruher Stadthalle: Die Arbeiten gehen sichtbar voran. Trotz zusätzlicher, nicht vorhersehbarer Herausforderungen zeigt sich der Baufortschritt deutlich. Schon im Frühjahr 2026 sollen die ersten Veranstaltungen stattfinden. 01.02.2026 Reisen und Gutes tun: Werde Betreuer beim Jugendwerk der AWO Karlsruhe! Karlsruhe (dk) - Das Jugendwerk der AWO Karlsruhe-Stadt bietet dir die ideale Gelegenheit, Abenteuer zu erleben und gleichzeitig einen wertvollen Beitrag für Kinder und Jugendliche zu leisten. Wenn du gerne mit jungen Menschen arbeitest und Lust auf Reisen hast, kannst du als Betreuer bei den Freizeiten des Jugendwerks dabei sein. Ob am Bodensee, in Spanien oder Großbritannien – werde Teil eines engagierten Teams und gestalte unvergessliche Ferien für die Kids.