Karlsruhe (dpa/dk) – Der nächste Härtetest für den Karlsruher SC steht an: Am Samstag empfängt der KSC den Bundesliga-Absteiger VfL Wolfsburg im BBBank Wildpark. Beide Teams sind mit vier Punkten in die Saison gestartet – auf dem Papier bringen die Gäste aus Niedersachsen allerdings ganz andere finanzielle Möglichkeiten mit.
Für viele Fußballfans dürfte der VfL Wolfsburg in der 2. Bundesliga noch immer ein ungewohnter Anblick sein. Zuletzt spielten die Wölfe in den 1990er-Jahren zweitklassig. In der vergangenen Saison landete der Verein auf dem Relegationsplatz und musste anschließend den Gang in Liga 2 antreten.
Das Ziel ist klar: der direkte Wiederaufstieg. Der Wolfsburger Kader kommt auf einen Marktwert von mehr als 150 Millionen Euro und ist damit der wertvollste Zweitliga-Kader aller Zeiten. Zum Vergleich: St. Pauli liegt mit rund 46 Millionen Euro auf Platz zwei.
Ein Durchmarsch ist für die Wölfe bislang trotzdem nicht zu erkennen. Zum Auftakt gab es ein 0:0 gegen Kaiserslautern, anschließend folgte ein knapper 1:0-Sieg gegen Darmstadt.
Nach den ersten beiden Spieltagen liegen beide Mannschaften dicht beieinander. Sowohl der KSC als auch Wolfsburg haben vier Punkte gesammelt und stehen auf den Plätzen drei und vier.
Auch an der Seitenlinie gibt es eine Gemeinsamkeit: Beide Vereine sind mit neuen Trainern in die Saison gegangen. KSC-Coach Maximilian Senft und Wolfsburg-Trainer Tobias Strobl stehen jeweils vor ihrem dritten Pflichtspiel.
Für Senft ist klar, dass der anstrengende Pokalabend der Wolfsburger kein entscheidender Vorteil für den KSC ist. Der VfL setzte sich am Montag erst nach Elfmeterschießen gegen den Regionalligisten VSG Altglienicke durch.
„Die 120 Minuten sind da aus meiner Sicht kein relevanter Faktor mehr“, sagte Senft vor der Partie.
Neben dem Spiel beschäftigt den KSC aktuell auch die Zukunft von Louey Ben Farhat. Der 20 Jahre alte Offensivspieler wird seit Wochen mit einem Wechsel zu Eintracht Frankfurt in Verbindung gebracht. Wenige Tage vor dem Ende der Transferperiode ist weiterhin offen, ob er in Karlsruhe bleibt.
Senft will sich auf beide Möglichkeiten vorbereiten.
„Es ist wichtig, sich professionell auf alle Szenarien vorzubereiten“, sagte der 37-Jährige. Gleichzeitig müsse auch die Situation des Spielers berücksichtigt werden: „Auch der Bursche befindet sich in einer für ihn herausfordernden Situation.“
Der KSC sei laut Senft aber „in diesen Tagen handlungsfähig“.
Auch personell gibt es vor dem Heimspiel noch Fragezeichen. Stürmer Moritz Broschinski hatte zuletzt Probleme am Sprunggelenk und konnte nur Teile des Trainings absolvieren.
Lilian Egloff ist nach muskulären Problemen zwar wieder auf dem Platz. Bei ihm zeigte sich Senft allerdings nur „vorsichtig optimistisch“. Bei beiden Spielern dürfte sich kurzfristig entscheiden, ob es für einen Einsatz gegen Wolfsburg reicht.
Sportlich hat Wolfsburg einiges vorzuweisen. Der Verein wurde bereits Deutscher Meister, DFB-Pokalsieger und Supercup-Gewinner. Auch international waren die Niedersachsen mehrfach vertreten. 2016 erreichten sie das Viertelfinale der Champions League, dort war gegen Real Madrid Schluss.
Die vergangenen direkten Duelle mit dem KSC liegen dagegen schon einige Jahre zurück. Zuletzt trafen beide Mannschaften 2013 in der ersten Runde des DFB-Pokals aufeinander. Insgesamt gewann Wolfsburg häufiger, viermal gingen die Punkte beziehungsweise der Sieg aber nach Karlsruhe.
Los geht es am Samstag um 13 Uhr im BBBank Wildpark. Dann zeigt sich, wie sich der KSC gegen den finanziell stärksten Kader der Liga schlägt – und wie leicht oder schwer sich der Aufstiegsfavorit aus Wolfsburg in dieser Zweitliga-Saison tatsächlich tut.
Unser KSC-Reporter Sven Grunwald ist im Stadion und berichtet für Euch live.